Eine Funktion
![Rendered by QuickLaTeX.com f:\left[ {a,b} \right] \to \mathbb{R}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-7dff6b5cd52420ca5de43c7d8eae39c9_l3.png)
ist genau dann integrierbar, wenn es zu jedem ε > 0 Treppenfunktionen φ, ψ ∈ T[a, b] gibt mit φ ≤ f ≤ ψ und

Aufgabe: Beweisen Sie mit Hilfe dieses Satzes, dass die Funktion
![Rendered by QuickLaTeX.com f:\left[ {a,b} \right] \to \mathbb{R}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-7dff6b5cd52420ca5de43c7d8eae39c9_l3.png)
mit f(x) = x2 Riemann-integrierbar ist. Geben Sie den Wert des Ingegrals explizit an.
Lösung
Wir müssen bei der Lösung der Aufgabe drei Fälle unterscheiden:
- 0 ≤ a < b
- a < b ≤ 0
- a < 0 < b
Fall 3 erklärt sich wegen

aus den Fällen 1 und 2.
Für jedes n ∈ N sei eine Zerlegung des Intervalls [a, b] gegeben durch

mit

Das Intervall wird also in n gleich große Stücke unterteilt. Wir definieren nun zwei Treppenfunktionen
![Rendered by QuickLaTeX.com \varphi _n :\left[ {a,b} \right] \to \mathbb{R},\quad \psi _n :\left[ {a,b} \right] \to \mathbb{R}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-5dc6828138773080939cfff1ec756a5b_l3.png)


Dabei verweist der hochgestellte eingeklammerte Index auf den oben erwähnten Fall 1 bzw. 2.
Hierzu noch ein Bild zur Veranschaulichung:

Da der Funktionswert für den Randpunkt b des Intervalls so noch nicht festgelegt ist (die Intervalle in der Zuweisung sind alle nach rechts offen), weisen wir explizit zu:

Es gilt
![Rendered by QuickLaTeX.com \varphi _n \leq f \leq \psi _n \quad \forall x \in \left[ {a,b} \right]\quad \forall n \in \mathbb{N}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-4996d3282aa83c26b71b9746fd79bfa1_l3.png)
Den Flächeninhalt der unteren Treppenfunktion kann man leicht als die Summe der Rechtecke berechnen:

Wir setzen die Definition für ti ein. Um Probleme beim Einsetzen von ti-1 zu verhindern, senken wir die Grenzen der Summe um 1 und setzen statt ti-1 nun ti ein. Für ti muss dann ti+1 eingesetzt werden:


Analog erhält man:


Wir bilden wie im Satz gefordert die Differenz der beiden Integrale. Die Summen sind größtenteils gleich, jede Summe enthält nur einen Summanden, der in der anderen Summe nicht vorkommt. Diese beiden Summanden bleiben bestehen und werden voneinander abgezogen:


und



Sei nun ein ε > 0 gegeben, dann müssen wir das n nur so groß wählen, dass gilt:


Dann folgt:

Die Funktion f(x) = x2 ist also Riemann-integrierbar.


