Für die beiden folgenden schwingungsfähigen Systeme sind die Eigenkreisfrequenzen anzugeben. Der Balken ist als masselos anzunehmen und die Federn besitzen die Federkonstante c.

Gegeben: L, EI, c, m
Lösung
Wir betrachten zunächst das linke schwingfähige System. Die Feder ist oben fest gelagert, das untere Ende ist beweglich.
Der Balken ist in der Vertikalen an beiden Seiten fest gelagert und kann sich in der Mitte nach unten durchbiegen.
Da sowohl die Feder als auch der Balken einen festen Fußpunkt haben und beide verbunden sind, werden sie bei einer Bewegung der Masse gleich stark ausgelenkt, man spricht von einer weggleichen Schaltung (oder auch Parallelschaltung).

Zu den Pfeilrichtungen:
Die Feder wird zusammengedrückt (von der Lagerkraft und der vom Stab ausgeübten Kraft), der Stab wird von der Feder nach unten gedrückt und von der Masse zusätzlich nach unten gezogen. Es ist zu beachten, dass das “nach unten ziehen” nicht durch die Schwerkraft, sondern durch die Trägheit der Masse bei der Schwingbewegung verursacht wird.
Für die Gesamtfederkraft einer weggleichen Schaltung gilt:

In unserem Fall also für die Federsteifigkeit cF der Feder und die Ersatzfedersteifigkeit cB des Balkens:

Die Eigenkreisfrequenz des Systems ist dann

Dabei ist die Federkonstante cF gegeben, die Ersatzfedersteifigkeit müssen wir noch berechnen.
Wir betrachten das System in Positive z-Richtung. Da die Feder von oben auf den Balken drückt gilt:

Dabei ist w die Durchbiegung des Stabes in z-Richtung. Für die durch die Masse ausgeübte Trägheitskraft nutzen wir den Schwerpunktsatz:

Wir müssen also die Auslenkung des Balkens an der Stelle L/2 bestimmen. Hierfür berechnen wir die gesamte Biegelinie. Um den einfacheren Ansatz nutzen zu können, bestimmen wir dazu als erstes die Auflagerreaktionen und den Biegemomentverlauf.


Da in der Mitte des Stabes Kräfte wirken, müssen wir den Momenteverlauf in der linken und in der rechten Hälfte berechnen:


Daraus resultieren die linke Hälfte der Biegelinie



und die rechte Hälfte



Randbedingungen:




Kompatibilitätsbedingungen:



und



Wir kombinieren die gefundenen Gleichungen, um alle Konstanten zu berechnen:




Es folgt:


Die Biegelinie ist also:


In der Mitte:

In diese Gleichung setzen wir nun unsere zuvor berechneten Kräfte ein:



Da es keine Erregerkraft gibt, ist das Problem homogen, die Differentialgleichung hat den Aufbau:

mit

Auf diese Form bringen wir unsere Gleichung nun auch:



Es folgt durch Koeffizientenvergleich:

Umgestellt nach der Eigenkreisfrequenz:

System 2
Es handelt sich hier um eine kraftgleiche Schaltung, da die beiden Federn hintereinander (in Reihe) geschaltet sind.

Da auf den Balken immernoch die selben Kräfte wirken, gilt für die Durchbiegung weiterhin

Dazu kommt aber noch die Auslenkung der Feder, die unter dem Balken befestigt ist:

Die Gesamtauslenkung ist:

Es muss aber gelten

Koeffizientenvergleich ergibt:


Und für die Eigenkreisfrequenz folgt damit:


