In einem Rohrsystem wird Wasser mit einer Pumpe gefördert. Am U-Rohr-Manometer (gefüllt mit Quecksilber) wird bei der eingestellten Strömung eine Höhendifferenz von
abgelesen. In den Steigrohren am Anfang und am Ende des Rohrleitungs-Systems wird jeweils die gleiche Füllhöhe abgelesen. Die beiden Krümmer haben jeweils einen Verlustbeiwert
.

Hinweise:
Verluste durch Strömungserweiterungen und -verengungen werden nicht berücksichtigt. Verluste durch Rohrreibung werden nur in den Rohren mit dem kleinern Durchmesser
berücksichtigt. Druckverlust in Rohrströmungen:

Gegeben:
Rohrleitungen: 
Höhenunterschiede: 
Umgebung: 
Konstanten:




Aufgaben:
-
Berechnen Sie die Änderung des statischen Druckes
mit Hilfe des Höhenunterschiedes der Quecksilbersäule. Der Druckverlust durch Reibung zwischen den Punkten 9 und 12 kann vernachlässigt werden.
-
Bestimmen Sie die Strömungsgeschwindigkeit
.
-
Herrscht laminare Strömung im Rohr mit dem Durchmesser
?
- Wie groß ist der Volumenstrom durch das Rohrsystem?
-
Welcher Druckanstieg muss durch die Pumpe erzeugt werden? Nur Reibungsverluste im Rohr mit dem Durchmesser
werden berücksichtigt.
-
Welche Wellenleistung (Wirkungsgrad
) muss an der Pumpe dafür aufgebracht werden?
-
Skizzieren Sie den Ort des maximalen statischen Druckes
zwischen den Punkten 1 und 12 und tragen Sie anschließend qualitativ den Verlauf des statischen Druckes entlang des eingezeichneten Stromfadens zwischen den Punkten 1 und 12 in ein Diagramm ein.
Parallele Abschnitte des Druckverlaufs sind als solche zu kennzeichnen.
Lösung
a )


Damit ergibt sich für die Druckdifferenz:

b )
Wir stellen die Bernoulligleichung
auf:


Kontinuitätsgleichung:

einsetzen:

gleichsetzen mit Ergebnis aus a):

![Rendered by QuickLaTeX.com g\Delta h\left( {{\rho _{Hg}}-{\rho _W}} \right) = \frac{1} {2}{\rho _W}\left[ {u_2^2-{{\left( {\frac{{\pi {{\left( {\frac{{{d_2}}} {2}} \right)}^2}}} {{\pi {{\left( {\frac{{{d_1}}} {2}} \right)}^2}}}{u_2}} \right)}^2}} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-4e80c5cec945328e7e6befee1d2adb1a_l3.png)
![Rendered by QuickLaTeX.com g\Delta h\left( {{\rho _{Hg}}-{\rho _W}} \right) = \frac{1} {2}{\rho _W}\left[ {u_2^2-{{\left( {\frac{{{d_2}^2}} {{{d_1}^2}}{u_2}} \right)}^2}} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-b45ee5ce7a9b4f177667d350d78230b4_l3.png)
![Rendered by QuickLaTeX.com \frac{{2g\Delta h\left( {{\rho _{Hg}}-{\rho _W}} \right)}} {{{\rho _W}\left[ {1-{{\left( {\frac{{{d_2}^2}} {{{d_1}^2}}} \right)}^2}} \right]}} = u_2^2\quad \Rightarrow \quad {u_2} = \sqrt {\frac{{2g\Delta h\left( {{\rho _{Hg}}-{\rho _W}} \right)}} {{{\rho _W}\left[ {1-{{\left( {\frac{{{d_2}^2}} {{{d_1}^2}}} \right)}^2}} \right]}}}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-5427aa682d3f92b7c0203ed3263b2b30_l3.png)


c )
Die kritische Reynoldszahl ist 
Es gilt:

d )

e )
Wir stellen die Bernoulligleichung
auf und betrachten dabei die Punkte jeweils an der Wasseroberfläche der Steigrohre (daher Umgebungsdruck):

Dabei ist
die Höhe im Steigrohr. Es folgt:


(Laut Seminarübung:
)
f )
Die Leistung der Pumpe ist:

Der Volumenstrom ist:

Wir können den Volumenstrom im Querschnitt mit der bekannten Geschwindigkeit
benutzen, obwohl die Pumpe im größeren Querschnitt eingebaut ist. Das liegt daran, dass der Volumenstrom überall gleich ist (Kontinuitätsgleichung!).

(Laut Seminarübung:
)
g )

Da wir die Reibung in den dicken Rohren vernachlässigen, und es am Anfang auch keine Krümmung oder ähnliches gibt, ist der Druck zwischen 1 und 2 konstant. Zwischen 2 und 3 steigt der Druck auf seinen maximalen Wert (bedingt durch die Pumpe). Anschließend (3 nach 4) geht die Strömung durch die Verengung. Dadurch steigt die Geschwindigkeit, der Druck sinkt. Zwischen 4 und 5 gibt es einen Reibungsverlust aufgrund der Reibung im kleinen Rohrquerschnitt. Zwischen 5 und 6 gibt es einen stärkeren Druckabfall durch den Krümmer. Zwischen 6 und 7 gibt es wieder einen Druckverlust durch Reibung und zusätzlich durch die Höhendifferenz. Zwischen 7 und 8 gibt es wieder einen Krümmer. Zwischen 8 und 9 gibt es wieder Druckverlust durch Reibung im engen Rohrquerschnitt. Zwischen 9 und 10 sinkt der Druck weiter. Zwischen 10 und 11 steigt der Druck wieder, da sich der Rohrquerschnitt vergrößert und die Geschwindigkeit sinkt. Zwischen 11 und 12 bleibt der Druck wieder konstant.


