Wir wollen folgende Funktion intensiv untersuchen:


- Untersuchen Sie zunächst f auf Stetigkeit im Ursprung
- Berechnen Sie die partiellen Ableitungen:

- Berechnen Sie nun

- Zeigen Sie, dass auch die folgenden Ableitungen existieren:

und dass gilt:

- Zeigen Sie, dass f im Ursprung total differenzierbar ist mit der Linearform L(x,y):=0, indem Sie zeigen, dass

Lösung
Zunächst ein paar Grundlagen.
Differenzierbarkeit
Eine Funktion
heißt differenzierbar, wenn der folgende Grenzwert existiert:

oder wenn gilt (äquivalent):

mit

Dies wird an der folgenden Abbildung deutlich:

Die Fehlerfunktion O(h) muss “schnell” gegen 0 gehen, so dass sie schneller 0 wird als der Betrag von h.
Hier zwei Beispiele:

Links schmiegt sich die Kurve an die Tangente an. Dadurch wird bei einer Verkleinerung von h die Funktion O(h) schneller klein als h selbst.
Rechts liegt die Tangente an einer Ecke an. Dadurch verkleinern sich O(h) und h linear proportional zueinander, der Grenzwert des Quotienten geht nicht gegen 0.
Partielle Ableitung
Bei einer Funktion
sind die beiden partiellen Ableitungen:

“Stetig partiell differenzierbar” bedeutet, dass die partiellen Ableitungen existieren (partiell differenzierbar) und dass diese wieder stetig sind.
Es gilt der Zusammenhang:
Totale Differenzierbarkeit
Analog zu der zweiten Aussage zur Differenzierbarkeit oben gilt für mehrdimensionale Funktionen:
Eine Funktion ist genau dann total differenzierbar, wenn gilt:

mit

a )
Hier ein Schaubild der Funktion:

Um zu zeigen, dass die Funktion im Ursprung stetig ist, müssen wir zeigen, dass der Grenzwert der Funktionswerte einer Folge von Werten im Definitionsbereich gleich dem Funktionswert im Ursprung ist, also dass gilt:

Dies gilt, weil:

b )
Partielle Ableitungen:





c )
Wir benutzen den Differentialquotienten und betrachten die Grenzwerte:


d )
Vorgehen: Für fxy(0, 0) setzen wir in der ersten partiellen Ableitung fx(x, y) für x = 0 ein und leiten nach y ab. Dies dürfen wir, da x bei der Ableitung nach y konstant bleibt und anschließend sowieso gleich 0 gesetzt werden soll, wir können es also auch schon vorher tun. Die Ableitung lautet dann:

Analog dazu:

Die beiden Ableitungen sind nicht identisch!
Für die restlichen beiden Ableitungen setzen wir ein:


Die Ableitungen können auch über den Differentialquotienten bestimmt werden.
e )
Es muss gelten:

Der erste Summand ist laut Funktionsvorschrift 0.
Der zweite Summand ist auch 0, da der Gradient aus den partiellen Ableitungen im Punkt (0, 0) besteht, welche alle 0 sind.
Wir müssen also noch zeigen, dass

Einsetzen:




