In der Vorlesung wurde die lineare Wärmeleitungsgleichung behandelt. Bei der Herleitung dieser Gleichung nimmt man an, dass der Wärmeleitungskoeffizient konstant ist und nicht von der Temperatur abhängt. Für kleine Temperaturänderungen ist eine solche Approximation gerechtfertigt. Liegen jedoch größere Temperaturunterschiede vor, so kann es notwendig werden, eine nichtlineare Wärmeleitungsgleichung zu betrachten.
Daher betrachten wir in dieser Aufgabe:
![Rendered by QuickLaTeX.com \begin{array}{*{20}{c}} {{u_t}-{{\left( {k\left( u \right) \cdot {u_x}} \right)}_x} = 0} & {\left( {x,t} \right) \in \left( {0,1} \right) \times \left( {0,T} \right]} \\ {u\left( {0,t} \right) = {u_l}\left( t \right),\quad u\left( {1,t} \right) = {u_r}\left( t \right)} & {t \in \left( {0,T} \right]} \\ {u\left( {x,0} \right) = {u_0}\left( x \right)} & {x \in \left[ {0,1} \right]} \\ {0 < {k_0} \leq k\left( u \right) \leq {K_0} < \infty } & {k\left( u \right):\mathbb{R} \to \mathbb{R}} \\ \end{array}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-090036d4944d1440ce642d8fbd85af20_l3.png)
Beweisen sie das Maximumprinzip.
Hinweis: Man betrachte
.
Lösung
k(u): Wärmeleitungskoeffizient (immer positiv und abhängig von der Temperatur u)
Ausdifferenzieren der DGL liefert:

Der Trick besteht nun darin, eine passende Vergleichsfunktion zu wählen.
In der Vorlesung hatten wir:
(siehe Beweis 18)
Hier nehmen wir stattdessen:
(siehe Hinweis)
Ableitungen von
lauten:



Einsetzen von ut in die Vergleichsfunktion liefert:


Mit
folgt:

Angenommen
nimmt das Maximum an in
, dann muss gelten:



Dies sind notwendige Bedingungen an das Maximum im Inneren
(1. Ableitung = 0; 2. Ableitung ≤ 0)
Durch Einsetzen in (*) bekommen wir:

Dies ist ein Widerspruch!
Also befindet sich das Maximum irgendwo auf

Nun zeigen wir noch, dass das Maximum zum Zeitpunkt T nicht im Inneren von Ω liegt. Dies ist auch logisch, wenn man annimmt, dass sich in dem betrachteten Objekt keine Wärmequellen (oder -senken) befinden.
Für ein Maximum am Punkt
mit
lauten die notwendigen Bedingungen:



Wir stellen nun (*) um und setzen ein:

Dies ist ein Widerspruch!
Daher gilt also:

mit
folgt auch 
Analog gilt: 
Wozu das Ganze?



