Die Kreisscheibe

ist abgeschlossen und beschränkt. Also nimmt die Funktion

mit

ihr globales Maximum in einem oder mehreren Punkten in

an. Bestimmen Sie den oder die Punkte, in dem oder in denen dieses Maximum angenommen wird. Hinweis: Bestimmen Sie erst die Maxima auf der offenen Kreisscheibe

und dann mit Hilfe der Lagrange-Multiplikatoren die auf dem Rand

Lösung
Hier ein Graph der Funktion:

Diese Fläche hat über der Kreisfläche mehrere Maxima, die nun gesucht werden. Über der Kreisfläche (ohne den Rand) benutzen wir hierzu das bekannte Vorgehen über Gradient und Hesse-Matrix.
Maxima über der Kreisfläche
Bilden des Gradienten:



Nun suchen wir die Stelle im Definitionsbereich, an der der Gradient verschwindet:




Die einzige kritische Stelle ist also bei (0, 0). Wir berechnen nun die Hessematrix:





Die Hessematrix ist konstant (normalerweise hängt sie von den Variablen x und y ab) und nach dem Hauptminorenkriterium positiv definit. Daraus folgt, dass an der Stelle (0, 0) ein Minimum vorliegt.
Setzt man (0, 0) in die Funktion ein, so erhält man auch als Funktionswert 0.
Maxima über dem Rand der Kreisfläche
Hier müssen wir das Vorgehen über den “Satz von der impliziten Funktion” wählen. Wir finden Extremstellen mit dem Kriterium, dass im Maximum die Gradienten der betrachteten Funktion und der Funktion der Nebenbedingung parallel sind:

Der Gradient von F ist bereits bekannt:

Wir benötigen nun die Funktion der Nebenbedingung. Sie soll einen Kreis in der Ebene darstellen, die der gegebenen Menge entspricht:

Die Funktion ist daher:

Die Werte für G = 0 entsprechen genau dem gesuchten Kreisring.
Der Gradient der Funktion ist:



In den Satz der impliziten Funktion eingesetzt


erhalten wir drei Gleichungen:



Die drei Gleichungen ergeben die drei Unbekannten:




Demzufolge gibt es vier mögliche Extremstellen über dem Kreisrand:

Die Funktionswerte an diesen Stellen:





Die Extrema liegen also auf den Winkelhalbierenden und nehmen verschieden große Werte an.

