Der skizzierte Vollzylinder sitzt schief auf einer Welle. Man berechne den Massenträgheitstensor bezüglich des mit der Welle mitdrehenden Koordinatensystems.

Gegeben:
Masse m, Radius a, Länge l, Drehwinkel α
Lösung
Wir berechnen zunächst den Trägheitstensor des Hauptachsensystems und transformieren diesen anschließend in das neue Koordinatensystem.

Trägheitstensor im Hautpachsensystem
Es werden also als erstes die Trägheitsmomente bezüglich der Achsen e1^{\prime}, e2^{\prime} und e3^{\prime} gesucht. Aufgrund der Symmetrie des Körpers können wir schon jetz sagen, dass die Massenträgheitsmomente um die e1^{\prime}- und e2^{\prime}-Achse identisch sind.
Trägheitsmoment um die Achse e3^{\prime}
Die Formel lautet:

Dabei ist d1 der Abstand des aktuellen Massepunktes von der Achse 1. Analoges gilt für d2.
Diese Kombination aus den beiden Abständen ist durch den Satz des Pythagoras entstanden. Wir kennen aber bei der Integration in Zylinderkoordinaten auch die dritte Seite des Dreiecks, nämlich den gesuchten Abstand selbst. Dieser entspricht genau dem aktuellen Radius. Wir schreiben daher:

In Zylinderkoordinaten mit Beachtung der Jakobideterminante:




Wir ziehen die Masse heraus:



Trägheitsmoment um die Achse e1^{\prime}
Für eine Erläuterung dieser Integration siehe Massenträgheitsmoment: rotierender Kegel.






Wir ziehen wieder die Masse heraus:


Die Matrix lautet demnach:

Koordinatentransformation
Wir drücken nun die bisher benutzten Einheitsvektoren der drei Hauptachsen mit Hilfe der drei neuen Einheitsvektoren aus:



Die Transformationsgleichung zur Koordinatentransformation in das neue Koordinatensystem lautet:
In diese mit Hilfe der einsteinsche Summenkonvention dargestellten Summe setzen wir unsere Werte ein. Dabei müssen wir nur die Hauptdiagonale betrachten, da die Deviationsmomente 0 sind:



Wir multiplizieren die Klammern aus. Die dyadischen Produkte werden dabei nicht ausgewertet sondern einfach mitgeschleppt.


Nun multiplizieren wir noch die Elemente des Trägheitstensors in die Klammern hinein und lösen diese somit auf:



Jetzt können wir nach den dyadischen Produkten sortieren:





Da die dyadischen Produkte genau den Koordinatenangaben des Tensors entsprechen, schreiben wir die fertige Matrix einfach aus der letzten Berechnung:

Die Matrix kann mit Hilfe diverser Additionstheoreme noch ein wenig vereinfacht werden, worauf hier aber verzichtet wurde.


