Eine Kugel mit dem Gewicht m und dem Radius a durchläuft rein rollend eine gekrümmte Bahnkurve. Sie ist zunächst im Punkt A in Ruhe und verlässt die Bahnkurve im Punkt B, in dem die Bahntangente den Winkel α mit der Waagerechten B-C einschließt.

- In welcher Entfernung L wird die Kugel auf der Ebene B-C aufschlagen?
- Welche größte Höhe zmax erreicht die Kugel, nachdem sie die Bahnkurve A-B verlassen hat?
Gegeben: H, h, m, a, α, g
Lösung
a )
Wir teilen das Problem in zwei Bereiche, nämlich die Bewegung von A nach B (Rollen der Kugel entlang der Bahn) und die Bewegung von B nach C (schräger “Wurf” der Kugel).
Da es keine Reibung gibt, wirken nur konvervative Kräfte. Das Problem A-B kann daher mit Hilfe des Energieerhaltungssatzes gelöst werden.
Die potentielle Energie U und die kinetische Energie E müssen als Summe in Punkt A und Punkt B gleich sein:

Hierbei wird die kinetische Energie in Translationsenergie und Rotationsenergie aufgeteilt. Es gilt:


und eingesetzt in den Energieerhaltungssatz:

Für das Trägheitsmoment θ und die Winkelgeschwindigkeit ω der Kugelt gelten die Zusammenhänge

[Berechnung des Trägheitsmomentes einer Kugel in dieser Aufgabe]
Diese setzen wir in die Energieerhaltung ein und lösen nach v auf, um die Geschwindigkeit am Ende der Bahn A-B zu erhalten:




Wir betrachten nun das Problem “schräger Wurf mit gegebener Anfangsgeschwindigkeit”. Die Anfangsgeschwindigkeit wurde in der ersten Teilaufgabe berechnet.
Die Differentialgleichungen der Bewegung lauten:


Eingesetzt und integriert:



und die andere:




Randbedingungen:




eingesetzt:


x wird nun nach t umgestellt und in z eingesetzt, damit wir die Gleichung für z(x) erhalten:



Für die Weite des Wurfes suchen wir nun die Nullstellen dieser Funktion. Die erste ist schon bekannt und wurde als Rahmenbedingung verwendet: x = 0. Die andere Nullstelle der Parabel muss also ungleich 0 sein, wir dürfen durch x teilen:



Nun setzen wir die in der ersten Teilaufgabe berechnete Geschwindigkeit ein:

b )
Die Höhe ist an der Stelle maximal, an der die vertikale Geschwindigkeit gleich 0 ist (Übergang vom Steigen zum Fallen):



eingesetzt in die Funktion z(t):




