Die drei Abbildungen

seien definiert durch



für

Wir wissen bereits, dass die Abbildung
, die auch
genannt wird, eine Norm auf dem Rn ist. Zeigen Sie, dass dies auch auf die anderen beiden Abbildungen zutrifft.
Skizzieren Sie außerdem für n = 2 die Mengen




in einem Koordinatensystem.
Lösung
Eine Norm berechnet normalerweise den “Abstand zum Ursprung”. Wir kennen bisher nur die Zweiernorm, die nach dem Satz des Pythagoras normiert:


Für diese sind schon die folgenden Eigenschaften einer Norm gezeigt worden:
Positive Definitheit: 
Linearität der Multiplikation mit Skalaren: 
Dreiecksungleichung: 
Diese Eigenschaften müssen nun für die anderen beiden Normen bewiesen werden.
Einernorm
Positive Definitheit:

ist erfüllt, da die Norm aus der Addition von Beträgen besteht, es gibt also keine negativen Werte in der Summe.
Linearität der Multiplikation mit Skalaren:


Das Lambda wird vorgezogen, die Voraussetzung ist also erfüllt.
Dreiecksungleichung:

Ist erfüllt, da die Dreiecksungleichung auf die Teilsummen angewendet werden kann.
Maximumnorm
Positive Definitheit:

Ist erfüllt, da Beträge verglichen werden. Wenn das Maximum 0 ist, so müssen alle Elemente des Vektors = 0 sein.
Linearität der Multiplikation mit Skalaren:


Der Faktor ist überall gleich und kann daher beim Vergleich vorgezogen werden.
Dreiecksungleichung:


Wir definieren:

Daraus folgt:


Wir setzen M wieder ein:


Daher:

Wir zeichnen nun die geforderten Mengen in ein Koordinatensystem ein.
Einernorm:

Der Abstand vom Ursprung ist nicht wirklich immer 1, da nur die Summe der Koordinatenkomponenten 1 ergeben muss.
mit Zweiernorm:

Die Zweiernorm ergibt den Kreis, auf dem alle Punkte den Abstand 1 vom Ursprung haben.
mit Maximumnorm:

Es ergibt sich ein weiteres Rechteck, da das Maximum der Koordinatenkomponenten 1 sein soll.
Man kann also sagen, dass die Einernorm “größere” Werte für den gleichen Abstand misst, verglichen mit der Zweiernorm. Diese wiederum misst “größere” Werte als die Maximumnorm:

Die Normen sind aufgrund dieser Vergleichbarkeit äquivalent.
Allgemein spricht man von einer n-Norm.
![Rendered by QuickLaTeX.com \left\| v \right\|_n : = \sqrt[n]{{v_1 ^n +v_2 ^n +\ldots+v_n ^n }}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-bce27d228471efec66c598afb022523b_l3.png)
Im Koordinatensystem sieht das so aus:



