Eine Eiskunstläuferin dreht mit ausgestreckten Armen (Zustand 1, Trägheitsmoment
) eine Pirouette mit der Winkelgeschwindigkeit
. Durch Anziehen der Arme an den Körper geht Sie in den Zustand 2 über (Trägheitsmoment
).
- Nähern Sie die Eiskunstläuferin an durch einen Zylinder mit dem Radius
und Masse
. Die Arme werden genähert durch Stäbe Länge
und Masse
.
Schätzen Sie das Trägheitsmoment
ab. Wie groß ist bei komplett angelegten Armen das Trägheitsmoment
? - Die Winkelgeschwindigkeit im Zustand 1 ist
. Berechnen Sie die neue Winkelgeschwindigkeit
im Zustand 2. - Ändert sich die Rotationsenergie beim Übergang vom Zustand 1 in den Zustand 2?
Lösung
a )

Das Trägheitsmoment der gesamten Eiskunstläuferin ist die Summe des Trägheitsmomentes des Körper-Zylinders und der Trägheitsmomente der beiden Arme:

Für das Trägheitsmoment eines Armes verwenden wir das schon in Aufgabe 4.3 berechnete Trägheitsmoment eines dünnen Stabes bezüglich der Achse durch seinen Mittelpunkt:

Da in diesem Fall aber die Drehachse nicht durch den Schwerpunkt des Stabes geht, sondern durch den Mittelpunkt des Zylinders, müssen wir den Satz von Steiner anwenden:

Hierbei steht
für die Entfernung zwischen der Drehachse durch den Schwerpunkt und der neuen Drehachse. Dieser Abstand ist hier die Halbe Länge des Armes plus den halben Durchmesser des Zylinders:


Eingesetzt:


In das Gesamtträgheitsmoment eingesetzt:



Im Zustand 2 beträgt das Trägheitsmoment:

b )
Bei der Kreisbewegung gilt die Impulserhaltung, da sich der Drehimpuls nur ändert, wenn ein Drehmoment wirkt (wenn also eine Kraft mit einem Hebelarm angreift).
Den Energieerhaltungssatz kann man hier nicht benutzen, da sich die Rotationsenergie durch das Heranziehen der Arme ändert. Die für das Heranziehen geleistete Arbeit wird direkt in Rotationsenergie umgewandelt.


c )
Wie bereits in der letzten Teilaufgabe erwähnt, bleibt die Rotationsenergie nicht konstant, da zum Heranziehen der Arme Arbeit geleistet wird. Es ist




