Gegeben sei das lineare Gleichungssystem
mit einer positiv definiten und symmetrischen Matrix
.
Beim relaxierten Jacobi-Verfahren wird die Iteration durchgeführt nach der Vorschrift

- Zeigen Sie: Das relaxierte Jacobi-Verfahren konvergiert für jede beliebige Startnäherung
unter der Voraussetzung, dass für die eigenwerte
von
gilt:

- Die Iterationsmatrix
des Jacobi-Verfahrens habe die Eigenwerte
und es gelte
. Zeigen Sie, dass die Iterationsmatrix
des relaxierten Jacobi-Verfahrens die Eigenwerte

hat und dass gilt

Lösung
a )



Aus der Vorlesung wissen wir, dass Konvergenz aus
folgt.
Sei
, seien
die Eigenwerte von
und
die dazugehörigen Eigenvektoren. Dann folgt:




Daraus folgt:
ist Eigenvektor von
zum Eigenwert
.





Je kleiner der Betrag des Spektralradius ist, desto besser konvergiert das Verfahren. Daher wollen wir nun das
so wählen, dass der Spektralradius minimiert wird.
b )
sei die Iterationsmatrix des Jacobi-Verfahrens mit den Eigenwerten
.
Für den Spektralradius gelte
.
Seien
die Eigenwerte von
.




Wir wollen nun
bestimmen, d.h. wir wählen
so, dass
minimiert wird.
Der maximale Betrag, den ein Eigenwert haben kann, muss also möglichst klein sein.
Relaxationsfunktion: 
Für
gilt:
(wegen
)
Blau:
, Grün:
, Orange: 
Die Gerade kann nach oben und unten verschoben, sowie verdreht werden. Wir sehen:




In der Praxis kennt man die Eigenwerte nicht genau, kann sie aber abschätzen.
Wir zeigen nun, dass das gefundene
tatsächlich optimal ist:
Sei
. Dann folgt:



Mit einer analogen Betrachtung für
und
folgt insgesamt:



