Das abgebildete System besteht aus zwei starren Stäben, die miteinander über eine Feder verbunden sind. Der rechte Stab ist gegenüber einer festen Wand über eine zweite Feder abgestützt und wird durch die zeitveränderliche Kraft F angeregt. Die Bewegung erfolgt in einer horizontalen Ebene.

für kleine Auslenkungen stelle man die Bewegungsgleichung auf.
Wie lautet die Eigenkreisfrequenz des schwingenden Systems?
Gegeben: L, F, c1, c2, ΘA, ΘB
Lösung
Wir treffen zunächst folgende Feststellungen:
- es liegt ein System mit zwei Freiheitsgraden vor
- die Bewegung ist eine reine Rotationsschwingung
- Art der Anregung: Kraftanregung
- es gibt keine Dämpfung
- die Gravitation muss nicht beachtet werden

Den Schwerpunktsatz braucht man hier nicht, da nur eine Rotation vorliegt.
Der Drallsatz lautet:
A (linkes Teilsystem):

Für die Federkraft F1 gilt:

Für den Winkel kann man (linearisierend) schreiben:

mit der zweiten Ableitung:

Alles eingesetzt:

B (rechtes Teilsystem):


mit

Wir stellen um und erhalten ein gekoppeltes Differentialgleichungssystem:


a )
Das gekoppelte DGL-System können wir als Matrix darstellen:
![Rendered by QuickLaTeX.com \underbrace {\left[ {\begin{array}{*{20}{c}} \frac{{\Theta _A }} {{L^2 }} & 0 \\ 0 & {\frac{{\Theta _B }} {{L^2 }}} \\ \end{array} } \right]}_M\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} \ddot x_1 \\ \ddot x_2 \\ \end{array} } \right\}+\underbrace {\left[ {\begin{array}{*{20}{c}} c_1 & -c_1 \\ {-c_1 } & {c_1 +\frac{{c_2 }} {4}} \\ \end{array} } \right]}_K\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} x_1 \\ {x_2 } \\ \end{array} } \right\} = \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} 0 \\ F \\ \end{array} } \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-ef3f1eed858a2a19e81747dcc2aafc9c_l3.png)
b )
Für die Eigenkreisfrequenz genügt es, die homogene Differentialgleichung zu lösen:
![Rendered by QuickLaTeX.com \left[ M \right]\left\{ {\ddot x} \right\}+\left[ K \right]\left\{ x \right\} = \left\{ 0 \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-e0bc55e94b34f4b67c53eb89af97c58e_l3.png)
Wir benutzen den normalen Exponentialansatz, nur dieses mal als Vektor:

mit der zweiten Ableitung

Dies setzen wir beides in die Matrix-DGL ein:
![Rendered by QuickLaTeX.com \left[ M \right]\omega ^2 \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} \hat x_1 e^{\omega t} \\ {\hat x_2 e^{\omega t} } \\ \end{array} } \right\}+\left[ K \right]\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} \hat x_1 e^{\omega t} \\ {\hat x_2 e^{\omega t} } \\ \end{array} } \right\} = \left\{ 0 \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-21d81d4e1e5c29356c7ac564ae6a9557_l3.png)
wir fassen zusammen:
![Rendered by QuickLaTeX.com \underbrace {\left( {\omega ^2 \left[ M \right]+\left[ K \right]} \right)}_{\left[ B \right]}\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} \hat x_1 \\ \hat x_2 \\ \end{array} } \right\}e^{\omega t} = \left\{ 0 \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-8698df6ca983c4073e5e948108fa4d2c_l3.png)
Da die Amplituden und die e-Funktion niemals 0 werden können, muss die Determinante der Matrix B zu 0 werden:


Wir multiplizieren aus und erhalten die charakteristische Gleichung:

Diese multiplizieren wie weiter aus und erhalten eine biquadratische Gleichung:





Lösung mit der pq-Formel:



