Ist F ein Untervektorraum (Unterraum) von E, dann kann man auf E die Relation

definieren. Diese Relation ist eine Äquivalenzrelation, da für beliebige
gilt:
Reflexivität: 
Symmetrie: 
Transitivität: 
Hier soll nun noch kurz erklärt werden, wie es zur Transitivität kommt.
Eine Bedingung für einen Unterraum F ist:

Angewendet auf die Definition der Äquivalenzrelation folgt die Transitivität:

Beispiel
Die Menge aller zu einem festen Element
äquivalenten Elemente
heißt Äquivalenzklasse von x, geschrieben
. Also gilt:
![Rendered by QuickLaTeX.com \left[ x \right] = \left\{ {x^{\prime} \in E:x^{\prime} \sim x} \right\} = \left\{ {x^{\prime} \in E:x^{\prime}-x \in F} \right\} = x+F](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-914029f1685826f0e708070223595611_l3.png)
Die letzte Umformung ist möglich, da gilt:

Beispiel
Klasse der roten Autos = {rotes Auto 1, rotes Auto 2, …}
Klasse der grünen Autos = {grünes Auto 1, …}
Satz
Sei
ein linearer Raum,
ein Untervektorraum. Die Menge aller Äquivalenzklassen
![Rendered by QuickLaTeX.com E/F: = \left\{ {\left[ x \right]:x \in E} \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-6a2e01b5fef3d118df9017c599fb9453_l3.png)
ist auch ein linearer Raum, der sogenannte Quotientenraum von E nach F mit der Addition
![Rendered by QuickLaTeX.com \left[ x \right]+\left[ y \right]: = \left[ {x+y} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-604a66dca0184bc605d0f31092e93c00_l3.png)
und der skalaren Multiplikation
![Rendered by QuickLaTeX.com \alpha \left[ x \right]: = \left[ {\alpha x} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-eaf04da2d533b03a58d507db876ae0e8_l3.png)
Das Nullelement in
ist
, da ![Rendered by QuickLaTeX.com \left[ x \right] = x+F\quad \Rightarrow \quad \left[ 0 \right] = 0+F](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-013b039edd82e34d14279a453576e1a1_l3.png)
Beispiel 1
Beispiel 2
und F eine feste Ebene durch
Dann ist E / F die Menge aller zu F parallelen Ebenen.
Beispiel 3
die Menge aller komplexwertigen, Lebesque-messbaren Funktionen auf
.
Dann ist E ein linearer Raum.
Sei
die Teilmenge der fast überall verschwindenen Funktionen auf
.
Damit ist
Die Menge aller Funktionen
, für die fast überall gilt: 
Der Quotientenraum ist dann:


