Gegeben ist folgende Anordnung:

Führen Sie eine Steifigkeitsauslegung für den Druckstab durch, indem Sie den entsprechenden Leichtbaukennwert ermitteln. Ermitteln Sie sodann das Gewicht des Druckstabes bei Verwendung von Holz oder Aluminium als Baustoff bei einer Last von 1000N, so dass ein Knicken gerade noch verhindert wird.
Gegeben:
Für Holz:
E = 10000 N/mm²
ρ = 0,9 kg/dm³
Für Aluminium:
E = 70000 N/mm²
ρ = 2,7 kg/dm³
l = 1 m
Lösung
Vorgehen:
1.) Bestimmung der kritischen Last
2.) Ermittlung des Leichtbaukennwertes aus dem Gewicht
3.) Ermitteln des Gewichts für Holz und Aluminium bei einer Last von 1000N damit kein Knicken auftritt
Zu 1.)
Kritische Last:
Die Formel für die kritische Last für den Fall gelenkig-gelenkig gelagert ist bereits aus TM I bekannt:

Zu 2.)
Ermittlung des Leichtbaukennwertes aus dem Gewicht:
Der Leichtbaukennwert ist ein Wert, der Materialabhängig (Abhängig von den Werkstoffeigenschaften) ist. Er ist eine Konstante und lässt sich aus der Gewichtskraft herleiten. Dazu stellen wir zunächst die Gleichung für die Gewichtskraft auf:

Der Wert a ist in diesem Falle unbekannt. Wir können ihn jedoch mit Hilfe der Formeln für die kritische Last, zusammen mit der Formel für das Flächenträgheitsmoment, bestimmen:

Berechnen der Trägheitsmomente mit dem Steinerschen Satz:
k: Verschiebung
A: Fläche
: Hauptachsenträgheitsmoment (Hauptachse liegt immer im Schwerpunkt)
Die Hauptachsenträgheitsmomente der Fläche 1 (unten) und 2 (oben) berechnen sich, wie folgt:


Mit dem Satz über zusammengesetzte Querschnitte:


Da die beiden Flächen aus ihren Schwerpunkten nur in y Richtung verschoben wurde, kann das Flächenträgheitsmoment in y-Richtung einfach nach obiger Formel zusammengesetzt werden:

Für das Flächenträgheitsmoment in z-Richtung dagegen muss die Verschiebung in y-Richtung über den Satz von Steiner mit eingebracht werden:

Da das Koordinatensystem im Schwerpunkt liegt, gibt es keine Deviationsmomente:

Knicken erfolgt um y-Achse
Eingesetzt folgt somit:

Umgeformt erhalten wir nun a:
![Rendered by QuickLaTeX.com a = \sqrt[4]{{\frac{2} {5}\frac{{F_{krit} }} {E}\frac{{l^2 }} {{\pi ^2 }}}}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-d2f0a91697584474cc88d9efd6e9bd97_l3.png)
Eingesetzt in die Gewichtskraftformel ergibt sich dann:

Im letzten Schritt separieren wir nun noch die Variablen der Gleichung, welche vom Werkstoff abhängen:

Wie oben bereits erwähnt, ist Leichtbaukennwert ist ein Wert, der Abhängig von den Werkstoffeigenschaften ist. In diesem Falle ist der Leichtbaukennwert also:

zu 3.)
Gewicht für Holz und Aluminium für F=1000N:
Leichtbaukennwert für Holz:

Leichtbaukennwert für Aluminium:

Da Holz den höheren Kennwert besitzt, ist zu erwarten, dass dieser (aufgrund der Gewichtskraftgleichung) leichter ist, als der Alu-Balken.


Das Gewicht (m) ist Kraft (G) durch g:




Fazit: Ein verwendeter Holzbalken würde leichter sein, als ein Aluminiumbalken. Man würde also bei gleicher Belastbarkeit Gewicht einsparen.
Fertig!


