Freie Schwingung bedeutet, dass keine eingeprägte Streckenlast auf den Balken wirkt: qz = 0
Vereinfachende Annahmen:
- konstante Biegesteifigkeit (EIy = const)
- konstante Massenbelegung (ρA = const)
- rotatorische Trägheit wird vernachlässigt
- es wirken keine Kräfte in Normalrichtung
Die Differentialgleichung vereinfacht sich somit zu

Im Gegensatz zu bisher behandelten Kontinuumschwingern ist die DGL bezüglich des Ortes also von vierter Ordnung!
Der Bernoulli’sche Produktansatz wird wie folgt auf die Problemstellung angewandt:

wird abgeleitet und in die DGL eingesetzt. Durch Umstellen erhalten wir:

Nach der Schlussweise von Bernoulli kann eine Ortsfunktion nur dann immer und überall gleich einer Zeitfunktion sein, wenn beide konstant sind. Die Konstante wird mit-ω j2 bezeichnet. Auf diese Weise gelingt die Separation der Variablen, wir erhalten zwei Differentialgleichungen:

und

Die Zeitfunktion, d.h. die Lösung der zeitlichen DGL, ist bekanntlich

Zur Lösung der “örtlichen” DGL vierter Ordnung führen wir die folgende Abkürzung ein:

Einsetzen:

Nun verwenden wir den Exponentialansatz

und kommen auf die charakteristische Gleichung

mit den vier Lösungen


Für die Ortsfunktion folgt damit:

Nun nutzen wir die Eulersche Formel und erhalten die Ortsfunktion in hyperbolischer Schreibweise:

Die Gesamtlösung ist als Summe der Einzellösungen:

oder ausgeschrieben:

Um die 6 Konstanten zu bestimmen, verfahren wir analog zu der Saitenschwingung und der Stabschwingung, nämlich indem wir die Randbedingungen und Anfangsbedingungen betrachten.


