Ein Teich enthält eine unbekannte Zahl N von Fischen. Es werden W = 50 Fische gefangen, mit einem weißen Fleck markiert und wieder ausgesetzt. Man wartet eine Weile, dann werden in einem zweiten Fischzug n = 20 Fische gefangen und die Zahl Z der markierten Fische in diesem zweiten Fischzug ermittelt.
(vgl.: Übung 2.5.2)
N = Anzahl der Fische im Teich
w = 50 markiert
2. Fischzug: 20 Fische fangen
Z = Anzahl der markierten Fische im 2. Fischzug
Modell
Mögliche Beobachtungswerte: 
σ-Algebra zu
: 
Parametermenge: 
, also mit der Wahrscheinlichkeitsfunktion (Likelihood):

(Das entspricht dem Ziehen von 20 Kugeln aus einer Urne mir N Kugeln, bei dem x von den 50 „Gewinnkugeln“ gezogen werden.)
Gesucht: Schätzer g für N, also 
Konstruktion (Maximum-Likelihood-Methode)
Wähle zu
denjenigen Wert
mit: 
Wir ermitteln nun also zu einem Beobachtungswert x den Wert N (aus Θ), für den die Wahrscheinlichkeit des Eintretens von x am größten ist.
(Siehe auch Bild unten)
Für festes
müssen wir also die Funktion
maximieren.
Da der Term
unabhängig von N ist, lassen wir ihn bei der zu maximierenden Funktion weg.
Zu beachten ist nun noch, dass nicht gelten darf:

Sei also 
Um nun das Maximum zu finden, nutzen wir die Bedingung: 
Dies beschreibt nichts anderes als ein vorausgesetztes Monotonieverhalten bis zum Maximum. D.h. das nachfolgende Element muss immer größer sein, als das vorherige. Ansonsten ist das Maximum überschritten worden.







wird also maximal für ![Rendered by QuickLaTeX.com N = \left[ {\frac{{1000}} {x}} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-1492990d40ab723ab87b671e8eceb5f9_l3.png)
Für
besitzt kein Maximum
Maximum-Likelihood-Methode versagt hier!
Für
wird maximal für ![Rendered by QuickLaTeX.com N = \left[ {\frac{{1000}} {x}} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-1492990d40ab723ab87b671e8eceb5f9_l3.png)
Setze also ![Rendered by QuickLaTeX.com g\left( x \right): = \left\{ {\begin{array}{*{20}c} {\left[ {\frac{{1000}} {x}} \right]} & {;\:x \geq 1} \\ {1000} & {;\:x = 0} \\ \end{array} } \right.](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-ae25990b6092f23f10e637e9dc859b8c_l3.png)
Damit haben wir nun eine Schätzfunktion!
Für ![Rendered by QuickLaTeX.com x = 6:\quad g\left( 6 \right) = \left[ {\frac{{1000}} {6}} \right] = 166](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-6238a436849136dbdf56a0893049b3fd_l3.png)
Das bedeutet für x = 6 also: Wenn aus dem Teich im 2. Fischzug 6 markierte Fische gezogen werden, so lässt dies erwarten, dass sich im Teich 166 Fische befinden.

Hier ist für ausgewählte x der entsprechende Funktionsverlauf für
in Abhängigkeit von N dargestellt.
x = 0: Blau: kein Maximum.
x = 1: Grün: Max bei N = 1000
x = 2: Weinrot
x = 3: Türkis
x = 4: Goldgelb
x = 6: Violett: Max bei N = 166
x = 10: Grau
x = 15: Schwarz
x = 20: Rot: Max bei N = 50



