Die Bewegung eines gedämpften Feder-Masse-Schingers wird gemessen und auf einem Speicherosilloskop beobachtet. Man misst y0 (das 0. Maximum) und nach 4 Perioden (4 T) y8 (das 4. Maximum).

Man berechne:
- das logarithmische Dekrement Λ
- das Dämpfungsmaß θ
- die Abklingzeit τ
- die Federkonstante c
- die Dämpfungskonstante r
Gegeben: m = 0,5 kg, y0 = 3 cm, y8 = 1 cm, Td = 0,2 s
Lösung
Bevor wir an die Lösung der Aufgabenstellung gehen, müssen wir die übliche Vorarbeit leisten. Wir schneiden die Masse frei

und stellen den Schwerpunktsatz auf:

(Die beiden Kräfte wirken entgegen der Bewegungsrichtung. Diese ist hier y und verläuft nach rechts)
Für die beiden Kräfte gilt:


Eingesetzt:

Umgestellt zu einer homogenen Differentialgleichung:

Die Lösung der Differentialgleichung ist

a ) logarithmisches Dekrement
Für eine Erklärung siehe den Artikel über das logarithmische Dekrement.
Es gilt:

In diesem Fall ist y(t0) und y(t4) gegeben, wir setzen ein:

b ) Lehrsches Dämpfungsmaß
Für das Lehrsche Dämpfungsmaß gilt:

sowohl die Abklingkonstante als auch die Eigenkreisfrequenz sind aber unbekannt. Wir gehen daher den Umweg über das logarithmische Dekrement. Es gilt:

Das logarithmische Dekrement haben wir bereits berechnet. Die Quasiperiodendauer Td ist zwar in der Aufgabenstellung gegeben, wir brauchen sie aber, um die Eigenkreisfrequenz wegkürzen zu können. Für die Quasiperiodendauer gilt:

Schon wieder haben wir uns eine neue Unbekannte eingefangen, dieses Mal die Kreisfrequenz des gedämpften Systems. Für diese gilt:

Da das Lehrsche Dämpfungsmaß nun auch in der Wurzel vorkommt, quadrieren wir und lösen auf:


Wurzel ziehen:

Werte einsetzen:

c ) Abklingzeit
Für die Abklingzeit gilt:


Dieses Mal können wir direkt den Wert der Quasiperiodendauer aus der Aufgabenstellung einsetzen:

e ) Dämpfungskonstante
Für die Dämpfungskonstante gilt:



