An einem starren Körper greifen die folgenden Kräfte an:

Sie haben die folgenden Angriffsvektoren:

Man bestimme
- die resultierende Kraft FR und das resultierende Moment M bezüglich des Koordinatenursprungs O
- die äquivalente Kraftschraube durch Angabe eines Ortsvektors a und des Momentes MR in Richtung von R
Lösung
Die resultierende Kraft FR ergibt sich als Summe der drei Einzelkräfte:

Das resultierende Moment ergibt sich aus den Kreuzprodukten der Angriffsvektoren mit den Kräften:



Nun zur äquivalenten Kraftschraube.
Zunächst die Definition des Begriffes “äquivalent”:
Zwei Kraftsysteme heißen äquivalent, wenn sie in Bezug auf einen Bezugspunkt
das gleiche resultierende Moment liefern.

Die Vektoren F1, F2 und F3 ergeben eine resultierende Kraft FR.
Diese Kraft greift am Koordinatenursprung an und bewirkt eine reine Verschiebung.
Zusätzlich erhalten wir durch die Angriffspunkte der Kräfte ein Moment (in Bezug auf den Punkt O). 
Nun suchen wir das Moment, welches in dieselbe Richtung wie die resultierende Kraft FR wirkt. 

Wenn sich die Richtung des Moments ändert, ändert sich natürlich auch das resultierende Moment, das System ist daher nicht mehr äquivalent. Zum Ausgleich benötigen wir einen neuen Ortsvektor
für die resultierende Kraft FR, so dass diese ein zusätzliches Moment erzeugt
, welches mit dem zur Kraft FR parallelen Moment MR zusammen das ursprüngliche Moment M0 ergibt.

Dabei sollen a und R senkrecht zueinander sein.

Wir müssen nun den Verschiebungsvektor a bestimmen. Hierzu benutzen wir den folgenden Zusammenhang:

gleichsetzen:

Diese Gleichung ist nicht ohne weiteres nach a aufzulösen. Wir verwenden einen kleinen “Trick” und multiplizieren kreuzweise mit FR:


Für den linken Teil betrachten wir die Umformung eines doppelten Kreuzproduktes:








Dieses Prinzip wenden wir auf unsere Gleichung an:

Es bleibt übrig:

Werte einsetzen:

Zuletzt muss noch das Drehmoment MR in Richtung von FR ausgerechnet werden. Dieses ist einfach die Projektion des Vektors M0 auf FR (sieht Abbildung).
Die Projektion ist das Skalarprodukt aus M0 und dem Normalenvektor in Richtung FR:

Wir brauchen allerdings nicht nur den Betrag des Momentenvektors, sondern den Vektor selber. Um die Richtung zu ermitteln, multiplizieren wir mit dem normalisierten Richtungsvektor:



