Es wurden dehnungskontrollierte Ermüdungsexperimente an zylindrischen Cu-Proben durchgeführt. Dabei hat sich gezeigt, dass der Probenausfall im Bereich von
ausschließlich durch den plastischen Anteil der Verformung bestimmt wird. Im Bereich unterhalb von
bestimmt die elastische Dehnungsamplitude das Probenversagen.
- Bestimmen Sie die beiden Größen, die Sie benötigen, um die Dehnungs-Wöhlerlinie im Bereich der Langzeitermüdung mathematisch zu beschreiben.
- Bestimmen Sie die beiden Größen, die Sie benötigen, um die Dehnungs-Wöhlerlinie im Bereich der Kurzzeitermüdung zu beschreiben.
- Zeichnen Sie für a) und b) die entsprechende
vs. N-Kurve in das Diagramm ein. - Wie viele Schwingspiele überlebt ein Bauteil, wenn die Dehnungsamplitude
beträgt? - Wie hoch dürfen Sie
wählen, wenn 50 von 100 Bauteilen 500 Schwingspiele überleben sollen? - Bilden Sie die Gesamtkurve für
und zeichnen Sie diese ein!
Wertetabelle:
![Rendered by QuickLaTeX.com \begin{array}{*{20}{c}}{N\:\:in\:\:\left[ {SSp} \right]} &\vline & {\Delta {\varepsilon _{ges}}/2\:\:in\:\:\left[ - \right]} \\ \hline{1 \cdot {{10}^3}} &\vline & {6 \cdot {{10}^{-3}}} \\{3 \cdot {{10}^3}} &\vline & {4 \cdot {{10}^{-3}}} \\{1 \cdot {{10}^4}} &\vline & {2 \cdot {{10}^{-3}}} \\{3 \cdot {{10}^4}} &\vline & {1 \cdot {{10}^{-3}}} \\{1 \cdot {{10}^5}} &\vline & {7 \cdot {{10}^{-4}}} \\{3 \cdot {{10}^5}} &\vline & {5 \cdot {{10}^{-4}}} \\{1 \cdot {{10}^6}} &\vline & {2,7 \cdot {{10}^{-4}}} \\{1,5 \cdot {{10}^6}} &\vline & {2,5 \cdot {{10}^{-4}}} \\{2 \cdot {{10}^6}} &\vline & {2,5 \cdot {{10}^{-4}}} \\{3 \cdot {{10}^6}} &\vline & {2 \cdot {{10}^{-4}}} \\{1 \cdot {{10}^7}} &\vline & {1,7 \cdot {{10}^{-4}}} \\{1,2 \cdot {{10}^7}} &\vline & {1 \cdot {{10}^{-4}}} \\{8 \cdot {{10}^8}} &\vline & {5 \cdot {{10}^{-5}}} \\ \end{array}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-e8f23e73181fc8fc3c1ff354433590ec_l3.png)

Lösung
Allgemein gilt:
Die Spannungsamplitude:

Die Schwingamplitude:



a)
Um die Kurve mathematisch zu beschreiben muss die Kurvengleichung aufgestellt werden. Da wir uns im Bereich der Langzeitermüdung befinden, werden Werte aus dem unteren Tabellenbereich genommen und eine passende Gerade angelegt.
und

Aus diesen Werten lässt sich eine Geradensteigung
bestimmen. Dafür muss allerdings beachtet werden, dass es sich um eine Exponentialgleichung handelt.

Dabei kann
als konstanter Wert gesehen werden, der keinen Einfluss auf die Steigung hat.

Abschließend muss nun noch der konstante Wert für
bestimmt werden. Dafür wird ein bekannter Punkt berechnet und nach
aufgelöst:



Damit sind für diese Geradengleichung alle notwendigen Werte bekannt.
Anmerkung: Der plastische Anteil wurde vernachlässigt, da dieser im Verhältnis zum elastischen Anteil weniger als 10% ausmacht.
b)
Der Aufgabenteil b) geht ähnlich wie Aufgabenteil a). Der Unterschied liegt darin, dass nun die Kurzzeitermüdung betrachtet werden soll. Als Folge müssen Werte aus dem oberen Tabellenbereich entnommen werden und die Gleichung für die plastischen Effekte herangezogen werden.
Als Anhaltspunkte, werden folgende genommen:
und

Die Grundgleichung lautet:

Damit ergibt sich für den Exponenten
:

Hiermit kann nun auch
bestimmt werden:

c)

d)
Bei einer Dehnungsamplitude von
ist der elastische Anteil der relevante, so dass der plastische vernachlässigt werden kann.
Mit den Ergebnissen aus a) kann nun die Dehnungsgleichung verwendet werden.

Diese wird nun nach
umgestellt:





Daraus ergibt sich:

Man erhält

Das Bauteil überlebt also ca.
Schwingspiele.
e)
Bei 500 Schwingspielen befindet man sich deutlich im plastischen Bereich. Es kann also das Ergebnis aus Teilaufgabe b) verwendet werden.

Eingesetzt ergibt sich:

f)
Die Gesamtkurve ergibt sich aus der Addition der beiden Teilaspekte:




