Die Schraubenverbindung einer Scheibenkupplung ist zu bemessen. Es soll ein maximales Drehmoment
mit einer Sicherheit gegen Rutschen
kraftschlüssig übertragen werden. Beide Kupplungshälften bestehen aus Grauguss EN-GJL-200 und sind mit 12 Sechskantschrauben DIN EN 24014 M16×80 – 10.9 versehen. Als Haftreibungszahl der Werkstoffpaarung GG/GG wird
angenommen. Die zulässige Flächenpressung unter dem Schraubenkopf darf
nicht überschreiten.

Gegeben:
Durchmesser der Kopfauflagefläche: 
Durchmesser der Schraubenbohrung: 
Es sind zu ermitteln:
- Die maximale Umfangskraft je Schraube
- Die erforderliche Klemmkraft je Schraube
- Die Vorspannkraft bei 90%-iger Ausnutzung der Schraubenstreckgrenze (Reibungszahl im Gewinde:
) - Das erforderliche Anzugsmoment je Schraube (Reibungszahl unter der Kopfauflage:
) - Die Flächenpressung unter dem Schraubenkopf
Lösung
16.1 – Die maximale Umfangskraft (Querkraft) je Schraube
Mt: Dreh-/Torsionsmoment
D: Lochkreisdurchmesser
Damit folgt für die maximale Umfangskraft:

Und somit für die maximale Umfangskraft je Schraube:

16.2 – Die erforderliche Klemmkraft je Schraube
FKl: Klemmkraft je Schraube
FQS: Querkraft je Schraube
µ0: Haftreibungszahl

Für die Erforderliche Vorspannkraft gilt:
FV,erf: erforderliche Vorspannkraft
FKl: Klemmkraft je Schraube
SR: Sicherheit gegen Rutschen

16.3 – Die Vorspannkraft bei 90%-iger Ausnutzung der Schraubenstreckgrenze
Versagenskriterium: Gewaltbruch der Schraube beim Anziehen
Es handelt sich hierbei um einen 2-achsigen Spannungszustand, bestehend aus:
1. Zug
Vorspannung
2. Torsion
Gewindereibung
Aus der Gestaltänderungsenergiehypothese folgt für die Vergleichsspannung:

Bei 90%-iger Ausnutzung der Schraubenstreckgrenze erhält man als zulässige Spannung:

Die Nennspannungen werden dabei auf den Spannungsquerschnitt bezogen!
Damit die Schrauben nicht überlastet werden muss nun gelten:

2. Torsion:
mit:


Eingesetzt folgt:




![Rendered by QuickLaTeX.com \Rightarrow \quad {F_{V,zul}} = \frac{{0,9 \cdot {R_e} \cdot \pi \cdot d_s^2}} {4} \cdot {\left[ {1+3{{\left( {\frac{{2 \cdot {d_2} \cdot \tan \left( {\alpha +{\delta ^\prime }} \right)}} {{{d_s}}}} \right)}^2}} \right]^{-\frac{1} {2}}}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-adc6d2a25c0f9e0cae1be588a9831463_l3.png)
Hier ist eine Tabelle mit Werten zu verschiedenen Schrauben:

Flankendurchmesser: 
Kerndurchmesser: 
Spannungsdurchmesser: 
Steigungswinkel: 
Effektiver Reibwinkel: 
Flankenwinkel: 
Streckgrenze: 
Die Streckgrenze folgt aus der Festigkeitsklasse 10,9 der Schraube. Die 10 steht für 1/100 der Mindestzugfestigkeit, die 9 für das 10-fache des Quotienten aus Streckgrenze und Mindestzugfestigkeit.
Es folgt:
![Rendered by QuickLaTeX.com {F_{V,zul}} = \frac{{0,9 \cdot 900\frac{N} {{m{m^2}}} \cdot \pi \cdot {{\left( {14,123mm} \right)}^2}}} {4} \cdot {\left[ {1+3{{\left( {2 \cdot \frac{{14,701}} {{14,123}}\tan \left( {2,48^\circ +8,54^\circ } \right)} \right)}^2}} \right]^{-\frac{1} {2}}}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-243578e1d7162e3ec5e2fe59b910013e_l3.png)

16.4-Erforderliches Anzugsmoment

![Rendered by QuickLaTeX.com {M_A} = \frac{1} {2}{F_V}\left[ {{d_2}\tan \left( {\alpha +{\rho ^\prime }} \right)+{\mu _A}{d_A}} \right],\quad {d_A} \approx 1,4 \cdot {d_2} = 20,6mm](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-df52293ea000b8c01de28fc9957186ef_l3.png)
![Rendered by QuickLaTeX.com {M_{A,erf}} = \frac{1} {2}{F_{V,erf}}\left[ {{d_2}\tan \left( {\alpha +{\rho ^\prime }} \right)+{\mu _A}{d_A}} \right] = 293Nm](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-0c70f4b180e3e3199e9cdce3dc1ba87b_l3.png)
![Rendered by QuickLaTeX.com {M_{A,zul}} = \frac{1} {2}{F_{V,zul}}\left[ {{d_2}\tan \left( {\alpha +{\rho ^\prime }} \right)+{\mu _A}{d_A}} \right] = 363Nm](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-7f3b7c01e64a5b29093ecf0c4f31ead3_l3.png)
16.5-Flächenpressung unter Schraubenkopf





Danke!!
Effektiver Reibwinkel: nicht 8,54 sondern 9,83
vorherigen Kommentar vergessen: zweiten Reibungswert zu spät gesehen, sorry
woher hab ich die 10N/mm² aus dem kästchen?
oh bin ich dumm ^^ habs gecheckt
Wenn sich hier doch nur alle Fragen von selbst beantworten würden^^
Als Hinweis für die Anzugsdrehmomente: Den Durchmesser der Kopfauflagefläche mit d_k / d_A = 1.4*d_2 anzunähern ist Quatsch!
Die Kopfauflagefläche ist explizit in der Aufgabe mit d_k = 24 mm gegeben!!!
(und ich rechne doch nicht mit einem Richtwert, wenn ich den exakten kenne
=> M_A,erf = 322 Nm und M_A = 594 Nm
Grüße
öhm, vergesst was ich oben geschrieben hab… Ich glaube, dass ich das in einem Zustand der total Verwirrung geschrieben hab, in dem ich anscheinend dachte dass: “Durchmesser der Kopfauflagefläche” (siehe Bezeichnung Aufgabe) d_k = “Durchmesser der Kopfauflagefläche” (siehe Bezeichnung Formelsammlung Institut) d_A ist. Das macht näturlich keinen Sinn, insofern einfach vergessen…
Grüße
Ja das ist tatsächlich etwas verwirrend… zumal bei der Berechnung der Flächenpressung dann der echte Durchmesser der Kopfauflagefläche benutzt wurde… manche Dinge muss man wohl nicht verstehen.
Wirklich ein guter Kommentar. Ich werde me-lrt.de häufiger besuchen