Hier eine kurze Zusammenfassung über die Herleitung der Bewegungs-Differentialgleichung:
1. Auslenken (rücktreibende und bremsende Kräfte wecken)
2. Freischneiden, SPS, Kräfteüberschuss dient der Beschleunigung
3. ggf statische Ruhelage berechnen: 
4. Schwingung ausgehend von der statischen Ruhelage beschreiben durch ein Gleichungssystem


Die Bewegung der einen Masse wird also immer von der anderen Masse beeinflusst. Eine Bewegung alleine kann nicht berechnet werden, es muss das ganze Gleichungssystem gelöst werden.
5. Freie Schwingungen:

Ansätze:

und

ableiten, einsetzen und umsortieren.


6. Koeffizientendeterminante gleich 0 setzen und charakteristische Gleichung aufstellen (man erhält zwei Eigenkreisfrequenzen)
Es ist eine Voraussetzung für nicht-triviale Lösungen, dass die Determinante 0 ist.
7. Gesamtlösung des homogenen Systems


8. ω1 und ω2 in das Gleichungssystem einsetzen:


μ1 ist immer größer als 1
μ2 liegt zwischen 0 und -1
9. Die Anfangsbedingungen
bestimmen, in welchem Maße sich die Amplituden ausbilden.
Schwingen die Massen konphas (in Phase), gelten die Amplituden 1a und 2a für die Massen 1 und 2. Schwingen sie gegenphasig, entstehen die Amplituden 1b und 2b.
Behandlung erzwungener Schwingungen in Matrizenschreibweise

Ausgehend von der statischen Ruhelage gilt unter Berücksichtigung der beiden gekoppelten Differentialgleichungen


Man führt eine Massenmatrix
![Rendered by QuickLaTeX.com \left[ M \right] = \left[ {\begin{array}{*{20}{c}} m_1 & 0 \\ 0 & {m_2 } \\ \end{array} } \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-b780ef9f545d653e855ee699ae3f7216_l3.png)
sowie eine Steifigkeitsmatrix
![Rendered by QuickLaTeX.com \left[ K \right] = \left[ {\begin{array}{*{20}{c}} c_1 +c_2 & {-c_2 } \\ {-c_2 } & {c_2 } \\ \end{array} } \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-cf64070d8230716464d18bccd947a3d4_l3.png)
ein. Beide Matrizen sind symmetrisch. Die Massenmatrix ist bei Starrkörperschwingungen meist nur in der Hauptdiagonale besetzt (Diagonalmatrix). Bei Kontinuumschwingungen ist sie dagegen in aller Regel voll besetzt (sieht z.B. Finite Elemente Methode).
Die Spaltenmatrix der Auslenkung ist
![Rendered by QuickLaTeX.com \left\{ x \right\} = \left[ {\begin{array}{*{20}{c}} x_1 \\ {x_2 } \\ \end{array} } \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-e3a98c995de4087221e7c5016dbcbfce_l3.png)
und die der Erregerkräfte
![Rendered by QuickLaTeX.com \left\{ F \right\} = \left[ {\begin{array}{*{20}{c}} F_1 \\ {F_2 } \\ \end{array} } \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-0f0a94ddd828db165ca3146a66482fae_l3.png)
Mit diesen Matrizen wird aus den gekoppelten Differentialgleichungen:
Viskose Dämpfung kann mittels einer Dämpfungsmatrix [C] berücksichtigt werden. Die letzte Gleichung ist dann um den Dämpfungsterm
zu ergänzen. Wir wollen allerdings auch weiterhin die Dämpfung vernachlässigen.
Es werden nun freie und erzwungene Schwingungen unterschieden.
Freie Schwingung
Da die Schwingung nicht angeregt ist, ist die Kraft = 0 und wir müssen nur das homogene Problem lösen. Da es keine Dämpfung gibt, ist [C] = 0
Wir nutzen den komlexen Ansatz:

Dieser führt auf das Eigenwertproblem
![Rendered by QuickLaTeX.com \left( {\left[ K \right]-\omega ^2 \left[ M \right]} \right)\left\{ {\hat x} \right\} = \left\{ 0 \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-9d55aa869daf836d8074af19b0c6f7e9_l3.png)
Anschließend berechnen wir die Eigenkreisfrequenzen ω1 und ω2. Die zugehörigen Eigenvektoren sind:
![Rendered by QuickLaTeX.com \left\{ {\hat x_j } \right\} = \left[ {\begin{array}{*{20}{c}} 1 \\ {\mu _1 } \\ \end{array} } \right]\hat x_{1a}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-47bca48c1f3f8fe382e67c19b9fba36a_l3.png)
bzw
![Rendered by QuickLaTeX.com \left[ {\begin{array}{*{20}{c}} 1 \\ {\mu _2 } \\ \end{array} } \right]\hat x_{1b}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-0dad1fd551cf71502eed73a4ecd3c530_l3.png)
Ungedämpfte erzwungene Schwingungen

Wir betrachten zunächst harmonische Erregerkräfte (in komplexer Schreibweise):

mit der Spaltenmatrix der Kraftamplituden
![Rendered by QuickLaTeX.com \left\{ {\hat F} \right\} = \left[ {\begin{array}{*{20}{c}} \hat F_1 \\ {\hat F_2 } \\ \end{array} } \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-7e46d0613d80547c15b9d601c2a3e419_l3.png)
und der Erregerkreisfrequenz Ω.
Die Gesamtlösung ist wie immer die Summe aus homogener Lösung und Partikulärlösung:

Der homogene Anteil klingt wegen der (hier nicht berücksichtigten) Dämpfung exponentiell ab. Nach einer Einschwingzeit dominiert die partikuläre Lösung, die im Folgenden ermittelt wird. Da keine Verwechselungsgefahr besteht, wird auf den Index p verzichtet.
Aus der Differentialgleichung wird mit der harmonischen Erregerkraft
![Rendered by QuickLaTeX.com \left[ M \right]\left\{ {\ddot x} \right\}+\left[ K \right]\left\{ x \right\} = \left\{ {\hat F} \right\}e^{i\Omega t}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-cd4e163d24095aa715d52d98b25e8bbf_l3.png)
Der Lösungsansatz vom Typ der rechten Seite ergibt, dass auf eine harmonische Erregerkraft eine harmonische Systemantwort erfolgt:

mit der Spaltenmatrix der Amplituden
![Rendered by QuickLaTeX.com \left\{ X \right\} = \left[ {\begin{array}{*{20}{c}} \hat x_1 \\ {\hat x_2 } \\ \end{array} } \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-bb6b17b9707233cee14dc0582fc6ef7b_l3.png)
wird abgeleitet und eingesetzt; dies führt auf die algebraische Beziehung
![Rendered by QuickLaTeX.com \underbrace {\left( {\left[ K \right]-\Omega ^2 \left[ M \right]} \right)}_{\left[ B \right]}\left\{ X \right\} = \left\{ {\hat F} \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-8e5e27382bc9a28c5fd8fa199aa284a7_l3.png)
Die Elemente der Matrix
![Rendered by QuickLaTeX.com \left[ B \right] = \left[ K \right]-\Omega ^2 \left[ M \right] = \left[ {\begin{array}{*{20}{c}} K_{11} -\Omega ^2 M_{11} & K_{12} \\ K_{21} & K_{22} -\Omega ^2 M_{22} \\ \end{array} } \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-9670e2e5abdbfe2b31dda47bd5cfe7f4_l3.png)
sind Übertragungsfunktionen. Sie verknüpfen Schwingwege mit Kräften und werden manchmal auch als frequenzabhängige Einflusszahlen bezeichnet.
Die Auflösung der algebraischen Beziehung nach {X} liefert die Amplituden des Schwingweges:
![Rendered by QuickLaTeX.com \left\{ X \right\} = \left[ B \right]^{-1} \left\{ {\hat F} \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-517a4453d6e77de7d2e7a07e862bb91a_l3.png)
mit der inversen Matrix
![Rendered by QuickLaTeX.com \left[ B \right]^{-1} = \frac{1} {{\det B}}B^{adj}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-10e396dfbf3fb20391d387eb99000a3d_l3.png)
In der Gleichung
![Rendered by QuickLaTeX.com \left\{ X \right\} = \left[ B \right]^{-1} \left\{ {\hat F} \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-517a4453d6e77de7d2e7a07e862bb91a_l3.png)
muss das B-1 berechnet werden. Hierfür benötigen wir zunächst die Determinante und die Adjunkte der Matrix.
Determinante
Die Determinante entspricht dem Betrag der Matrix, Die Matrix wird auf eine Zahl reduziert.
Man schreibt:

Im Gegensatz zum Betrag kann die Determinante auch negativ sein!
Für Kombinationen von Determinanten gilt:




Berechnung der Determinante:
Man erstellt eine Streichungsmatrix und berechnet die Determinanten der Minoren. Diese summiert man dann nach der folgenden Formel auf:

Dabei geht man bei der Berechnung entweder an einer Zeile oder an einer Spalte entlang.

Die Determinante berechnet sich also rekursiv aus den Determinanten der Minoren.
Adjunkte
Adjunkte: Aadj = Transponierte Matrix der Kofaktoren (Zeilen und Spalten getauscht!)
Es gilt:

Daher kann mit Hilfe der Adjunkten die Inverse berechnet werden:
Für die partikuläre Lösung (Bewegung im eingeschwungenen Zustand, steady state) ergibt sich damit
![Rendered by QuickLaTeX.com \left\{ x \right\} = \left[ B \right]^{-1} \left\{ {\hat F} \right\}e^{i\Omega t}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-35830d80a625481444517d1712bb562d_l3.png)
Für cosinusförmig oszillierende Erregerkräfte

folgen daraus die Auslenkungen der beiden Massen m1 und m2
in trigonometrischer Schreibweise.


