Die Strömung um ein Fahrzeug (Index „F“) der Länge lF = 4m soll in einem Wasserkanal an einem Modell (Index „M“) – Modelllänge lM = 0,4m untersucht werden.
Die maximal erreichbare Geschwindigkeit im Wasserkanal (Schaufelkavitation!) ist 5m/s.
Stoffwerte (bei 20 °C):

Bei allen Fragen gilt derselbe Strömungszustand.
- Welche Reynolds-Zahl kann am Versuchsmodell im Wasserkanal maximal erreicht werden?
- Wie groß ist die vergleichbare maximale Geschwindigkeit vF des Fahrzeugs, wenn im Windkanal ähnliche Strömung herrschen soll?
- Was kann über den Einfluss der Kompressibilität in beiden Fällen ausgesagt werden?
-
Wie können die am Modell auftretenden Drücke pM auf das Fahrzeug umgerechnet werden?
- Wie verhalten sich die entsprechenden Frequenzen bei einem periodischen Vorgang, z.B. bei periodischen Ablösungen?
- Wie bestimmt sich aus dem Versuch der Widerstand des Fahrzeugs?
Lösung
1.

wobei u die Geschwindigkeit des Fluides und L die Länge des umströmten Objektes ist.
Besitzen zwei Strömungen die gleiche Reynolds-Zahl, so bezeichnet man sie als ähnlich.

Somit erhalten wir:

2.
Ähnliche Strömung bedeutet, dass die Reynolds-Zahl gleich sein muss:



3.
Der Einfluss der Kompressibilität wird dann als vernachlässigbar klein (< 5%) angenommen, wenn die Strömungsgeschwindigkeit kleiner als 1/3 der Schallgeschwindigkeit ist, d.h., wenn die Machzahl kleiner als 0,3 ist.
Berechnet wird dir Machzahl als Quotient von Strömungsgeschwindigkeit und Schallgeschwindigkeit:

Damit folgt für das Fahrzeug:

Und für das Modell:

Da diese beiden Zahlen sogar noch viel kleiner als 0,3 sind, hat die Kompressibilität in beiden Fällen keinen nennenswerten Einfluss.
Im Übrigen werden Flüssigkeiten als inkompressibel angenommen.
4.
Die Umrechnung der auftretenden Drücke erfolgt mit Hilfe der sog. Eulerzahl.

wobei v die Geschwindigkeit ist.
Da die Strömungen ähnlich sind (gleiche Reynolds-Zahl), haben sie auch gleiche Euler-Zahlen:


5.
Für die Bestimmung des Verhaltens der Frequenzen nutzen wir die sog. Strouhal-Zahl.
Da die Strömungen ähnlich sind (gleiche Reynolds-Zahl), haben sie ebenfalls gleiche Strouhal-Zahlen:


6.
Der Widerstand des Fahrzeugs bestimmt sich über den sog. Cw-Wert.




Die Referenzfläche berechnet man wie folgt:



Auch der Cw-Wert ist bei Fahrzeug und Modell wieder gleich:


——



