3.1 Generierung einer Struktur aus Elementen
Wir betrachten ein Raumfachwerk:

Für Raumfachwerke rechnen wir mit dem Gebiet
.
Wir definieren weiterhin:


Im folgenden wollen wir uns auf eindimensionale Probleme beschränken.
3.2 Approximation von Variablen eindimensionaler Kontinua
Das unbekannte exakte Verschiebungsfeld
wird durch
approximiert.
besteht aus einer Ansatzfunktion und diskreten Lösungspunkten. Als Ansatzfunktion haben sich polynomiale Funktionen etabliert. Ebenso werden
,
und
diskretisiert.
3.2.1 Bedingungen an die Ansatzfunktionen
Die Ansatzfunktionen
- müssen konform sein (Interaktion und Kompatibilität benachbarter finiter Elemente).
- müssen mindestens konstante Verzerrungen
liefern. - dürfen bei Starrkörperbewegungen keine Verzerrungen liefern.
3.2.2 Physikalische und natürliche Koordinaten
Wir betrachten folgendes Stabelement:

In den physikalischen Koordinaten gilt
. Es ist oft sinnvoll, die Koordinaten unabhängig von der Elementlänge anzugeben. Hierfür verwenden wir die natürlichen Koordinaten. In diesen gilt dann
. Der Zusammenhang zwischen den verschiedenen Koordinaten lautet
. Für die Transformation von differentiellen Linienelementen
und
brauchen wir die Jakobimatrix (Ableitung nach den natürlichen Koordinaten):

Dies ist hier eine 1×1 Matrix.
Lokale polynomiale Approximation
Wir verwenden Lagrange-Polynome des Grundtyps
.
Die Koeffizienten
sind so zu wählen, dass
an den durch
gekennzeichneten Elementknoten
den Verschiebungen
entspricht.
3.2.3 Konzept der analytischen Lösung (Zielvorstellung)
Vorgehen bei der Lösung:
- Unterteilung in finite Elemente
- Definition von Systemknotenverschiebungen
als Parameter stückweise linearer Verschiebungsapproximationen 
- Definition von Elementen, Elementknoten und Elementknotenverschiebungen

- Aufbau von Verschiebungsapproximationen
Wir zeigen nun das Vorgehen am Beispiel des hier abgebildeten Balkens:

Unterteilung in Elemente, Systemverschiebungen und Verschiebungsapproximation:

Assoziierte Elementknotenverschiebung und Verschiebungsapproximation:

Wir kommen nun zur Verschiebungsapproximation. Für jeden Knoten eines Elements gibt es eine eigene Approximationsfunktion. Als Beispiel betrachten wir das mittlere Element
:

Diese Approximationsfunktionen werden zur Gesamtapproximation überlagert:

Die Approximationsfunktionen
bestehen aus Ansatzfunktionen
(hier linear), die mit einem konstanten Faktor multipliziert werden:

Formulierung in physikalischen Koordinaten
:

Formulierung in natürlichen Koordinaten
:

Ansatz für
:




Analog:

Dabei sind
und
lineare Ansatzfunktionen. Sie erfüllen die Interpolationseigenschaften, d.h. Wert “1″ am zugehörigen Elementknoten und Wert “0″ an anderen Knoten. Die zusammengesetzte lineare Approximation des Verschiebungsfeldes lautet nun:

Statt der linearen Ansatzfunktion werden oft Lagrange-Interpolationspolynome vom Grad
verwendet. Diese lauten:

Die Interpolationseigenschaft ist auch hier erfüllt:

Die allgemeine Approximation des Verschiebungsfeldes vom Polynomgrad
lautet:


3.2.4 Approximation der Ableitung von primären Variablen
Die Verzerrung ist die Ableitung der Verschiebung nach der physikalischen oder natürlichen Koordinate:


Allgemein gilt:

Für
gilt:

3.2.5 Approximation des Ortes
Hier nutzen wir den linearen Zusammenhang zwischen
und
.




Allgemeine Approximation des Ortes:

Dies ist identisch mit der Approximation des Verschiebungsfeldes. Diese Tatsache nennen wir isoparametrisches Konzept. Aus dem Ansatz folgt ebenso die Jacobi-Matrix (hier 1×1)
,
oder invers

Umformung:

3.2.6 Allgemeine Approximation weiterer Größen für lineare Elemente
Verschiebungsfeld:

Variation des Verschiebungsfeldes:

Beschleunigungsfeld:

Verzerrungen:



Bemerkung:


Variation der Verzerrungen:

Für
gelten folgende Ableitungen:
![Rendered by QuickLaTeX.com N_{;1}^1\left( {{\xi _1}} \right) = \frac{\partial }{{\partial {\xi _1}}}\left[ {\frac{1}{2}\left( {1-{\xi _1}} \right)} \right] = -\frac{1}{2},\quad \quad N_{,1}^1\left( {{\xi _1}} \right) = N_{;1}^1\left( {{\xi _1}} \right)\frac{2}{L} = -\frac{1}{L}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-dd07250d5e430c8d1f59f1bd84af2082_l3.png)
![Rendered by QuickLaTeX.com N_{;1}^2\left( {{\xi _1}} \right) = \frac{\partial }{{\partial {\xi _1}}}\left[ {\frac{1}{2}\left( {1+{\xi _1}} \right)} \right] = +\frac{1}{2},\quad \quad N_{,1}^2\left( {{\xi _1}} \right) = N_{;1}^2\left( {{\xi _1}} \right)\frac{2}{L} = +\frac{1}{L}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-342566f01717fbe3c59fb57c49eb91b9_l3.png)
3.3 Approximation der schwachen Form
Wir kommen auf unser Beispiel aus dem letzten Kapitel zurück:

Schwache Form des Gesamtsystems:

Schwache Form des Elements
in physikalischen Koordinaten:


Schwache Form des Elements
in natürlichen Koordinaten:


Approximation dieser schwachen Form:


3.4 Approximation der inneren virtuellen Arbeit
Wir approximieren die innere virtuelle Arbeit durch

![Rendered by QuickLaTeX.com = \int\limits_{-1}^1 {\left[ {\sum\limits_{i = 1}^{p+1} {N_{,1}^i\left( {{\xi _1}} \right)\delta u_1^{{e_i}}} } \right]EA\left[ {\sum\limits_{j = 1}^{p+1} {N_{,1}^j\left( {{\xi _1}} \right)u_1^{{e_j}}} } \right]\frac{L}{2}d{\xi _1}}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-e6e3c3e1f4d3bcd2c9787fdf420a8454_l3.png)
Wir ziehen nun die Summe aus dem Integral heraus:



Es ergibt sich in Matrixdarstellung:
![Rendered by QuickLaTeX.com \delta \tilde W_{int}^e = \underbrace {\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {\delta u_1^{{e_1}}} \\ {\delta u_1^{{e_2}}} \\ \vdots \\ {\delta u_1^{{e_{p+1}}}} \end{array}} \right\}}_{\delta {{\vec u}^e}} \cdot \underbrace {\left[ {\begin{array}{*{20}{c}} {{k^{{e_{11}}}}}&{{k^{{e_{12}}}}}& \ldots &{{k^{{e_{1\;\left( {p+1} \right)}}}}} \\ {{k^{{e_{21}}}}}& \ddots &{}& \vdots \\ \vdots &{}& \ddots & \vdots \\ {{k^{{e_{\left( {p+1} \right)\;1}}}}}& \ldots & \ldots &{{k^{{e_{\left( {p+1} \right)\left( {p+1} \right)}}}}} \end{array}} \right]}_{{\underline{k} }^e}\underbrace {\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {u_1^{{e_1}}} \\ {u_1^{{e_2}}} \\ \vdots \\ {u_1^{{e_{p+1}}}} \end{array}} \right\}}_{{{\vec u}^e}}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-175b347d133a0f343d1ef5bcd434c5bf_l3.png)

Beispiel: lineares finites Element



Elementsteifigkeitsmatrix:
![Rendered by QuickLaTeX.com \underline{k} ^e = \frac{{EA}}{L}\left[ {\begin{array}{*{20}{c}} 1&{-1} \\ {-1}&1 \end{array}} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-fd2144bcf0a43d0a8714e26c72c6eb85_l3.png)
3.5 Approximation der dynamischen virtuellen Arbeit
Für die dynamische virtuelle Arbeit gilt:

![Rendered by QuickLaTeX.com = \int\limits_{-1}^1 {\left[ {\sum\limits_{i = 1}^{p+1} {{N^i}\left( {{\xi _1}} \right)\delta u_1^{{e_i}}} } \right]\rho A\left[ {\sum\limits_{j = 1}^{p+1} {{N^j}\left( {{\xi _1}} \right)\ddot u_1^{{e_j}}} } \right]\frac{L}{2}d{\xi _1}}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-1f19f88cf0acb1da56f8f99bebdf0c6b_l3.png)


Matrixdarstellung:
![Rendered by QuickLaTeX.com \delta \tilde W_{dyn}^e = \underbrace {\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {\delta u_1^{{e_1}}} \\ {\delta u_1^{{e_2}}} \\ \vdots \\ {\delta u_1^{{e_{p+1}}}} \end{array}} \right\}}_{\delta {{\vec u}^e}} \cdot \underbrace {\left[ {\begin{array}{*{20}{c}} {{m^{{e_{11}}}}}&{{m^{{e_{12}}}}}& \ldots &{{m^{{e_{1\;\left( {p+1} \right)}}}}} \\ {{m^{{e_{21}}}}}& \ddots &{}& \vdots \\ \vdots &{}& \ddots & \vdots \\ {{m^{{e_{\left( {p+1} \right)\;1}}}}}& \ldots & \ldots &{{m^{{e_{\left( {p+1} \right)\left( {p+1} \right)}}}}} \end{array}} \right]}_{{\underline{m} }^e}\underbrace {\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {\ddot u_1^{{e_1}}} \\ {\ddot u_1^{{e_2}}} \\ \vdots \\ {\ddot u_1^{{e_{p+1}}}} \end{array}} \right\}}_{{{\ddot {\vec u}}^e}}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-c5c228eef9fe3b99b080ccfcdc702bc2_l3.png)

Beispiel für
:




![Rendered by QuickLaTeX.com \Rightarrow \quad {\underline{m} }^e = \frac{{\rho LA}}{6}\left[ {\begin{array}{*{20}{c}} 2&1 \\ 1&2 \end{array}} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-1510f512f92d74610c15f56c7219d991_l3.png)
3.6 Approximation der externen virtuellen Arbeit
Die externe virtuelle Arbeit ist definiert als das folgende Integral:




Dabei ist
die zum Elementknoten
assoziierte Elementlast.

Hier ist
der Elementlastvektor. Beispiel für
:


Die Linienlast
nehmen wir als konstant an:
. Für den Elementlastvektor ergibt sich dann:


Oder in Vektorschreibweise:

Für eine linear veränderliche Linienlast
gilt (Beschreibung mit Hilfe der Ansatzfunktionen und Knotenwerten der Linienlast):



Elementlastvektor für
und lineare Linienkraft:

Zusammenfassung:
Wir ersetzen die verteilte Kraft durch Elementknotenkräfte (Elementlastvektor). Diese Knotenkräfte leisten die gleiche virtuelle Arbeit mit dem Feld der virtuellen Verschiebungen. Zur Umsetzung werten wir die Integrale für den Elementlastvektor aus. Niemals sollte die Last nach Gefühl auf die Knoten verteilt werden.
3.7 Approximierte schwache Form des Elementes
Die approximierte dynamische virtuelle Arbeit plus die approximierte interne virtuelle Arbeit entspricht der approximierten externen virtuellen Arbeit:


3.8 Numerische Lösung des Zugstabes mit konstanter Linienkraft
Wir betrachten folgenden Zugstab:

Annahmen:

- 1 Element

- statisches Problem (
), daher fällt die dynamische virtuelle Arbeit weg - Dirichlet-Randbedingung:
, also auch 
- Neumann-Randbedingung:

Elementsteifigkeitsmatrix:
![Rendered by QuickLaTeX.com \underline{k} ^e = \frac{{EA}}{L}\left[ {\begin{array}{*{20}{c}} 1&{-1} \\ {-1}&1 \end{array}} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-fd2144bcf0a43d0a8714e26c72c6eb85_l3.png)
Virtuelle Verschiebung:

Elementlastvektor:

Verschiebungen an den Knoten:

Alles einsetzen in das Fundamentallemma (ohne den dynamischen Anteil):

![Rendered by QuickLaTeX.com \Rightarrow \quad \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} 0 \\ {\delta u_1^{{e_2}}} \end{array}} \right\} \cdot \left[ {\begin{array}{*{20}{c}} {\frac{{EA}}{L}}&{-\frac{{EA}}{L}} \\ {-\frac{{EA}}{L}}&{\frac{{EA}}{L}} \end{array}} \right]\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} 0 \\ {u_1^{{e_2}}} \end{array}} \right\} = \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} 0 \\ {\delta u_1^{{e_2}}} \end{array}} \right\} \cdot \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {\frac{{{p_1}L}}{2}} \\ {\frac{{{p_1}L}}{2}} \end{array}} \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-984166078c1f1d088f08d9558c0a6707_l3.png)
Durch Streichen der ersten Zeile (Nullzeile) erhalten wir:

Fundamentallemma der Variationsrechnung (
beliebig):

Vergleich mit der analytischen Lösung
![Rendered by QuickLaTeX.com {u_1}\left( {{x_1}} \right) = \frac{{{p_1}}}{{2EA}}\left[ {2L{x_1}-x_1^2} \right]\quad \Rightarrow \quad {u_1}\left( {{x_1} = L} \right) = \frac{{{p_1}{L^2}}}{{2EA}}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-ace9c7745f17fd574293766fc2fe928e_l3.png)
Nachlaufrechnung:



An dieser Stelle ergibt sich aber analytisch:

Die lokale Form der DGL wird also verletzt, die Integrale Form stimmt aber. Skizze:

Numerisch:



Analytisch:
![Rendered by QuickLaTeX.com {\varepsilon _{11}}\left( {{x_1}} \right) = \frac{{{p_1}}}{{EA}}\left[ {L-{x_1}} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-f989dd5cb492cd329a8b9d474d27459b_l3.png)
![Rendered by QuickLaTeX.com {\sigma _{11}}\left( {{x_1}} \right) = \frac{{{p_1}}}{A}\left[ {L-{x_1}} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-6b8b7aff991fd3aae70a2b68f88d0e8d_l3.png)
![Rendered by QuickLaTeX.com {N_1}\left( {{x_1}} \right) = {p_1}\left[ {L-{x_1}} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-2d3fc65b76f4825cca8a73d6c5574ff1_l3.png)
Die analytischen Funktionen sind also linear, die numerischen hingegen konstant. Die Integrale über den Bereich sind aber gleich:

Probe:
![Rendered by QuickLaTeX.com \int\limits_0^L {\frac{{\delta u_1^2}}{L}\frac{{Eu_1^2}}{L}d{x_1}} -\int\limits_0^L {\frac{{du_1^2}}{L}{x_1}{p_1}d{x_1}} = \delta u_1^2\left[ {\frac{{{p_1}L}}{2}-\frac{{{p_1}L}}{2}} \right] = 0](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-819d2cfd3b62f82cf2aecf7567488eef_l3.png)
Möglichkeiten zur Verbesserung der Approximationsqualität:
- kleinere Teilgebiete, d.h. mehr finite Elemente mit
(h-Methode) - höherwertige Ansätze, z.B.
(p-Methode)
3.9 Die h-Methode am Beispiel des Zugstabes mit konstanter Linienlast
Wir betrachten wieder folgenden Zugstab:

Unterteilung in zwei finite Elemente:

Für das Element
gilt mit
:
![Rendered by QuickLaTeX.com \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {\delta u_1^{{e_1},1}} \\ {\delta u_1^{{e_1},2}} \end{array}} \right\} \cdot \left[ {\begin{array}{*{20}{c}} {\frac{{EA}}{{{L^{{e_1}}}}}}&{-\frac{{EA}}{{{L^{{e_1}}}}}} \\ {-\frac{{EA}}{{{L^{{e_1}}}}}}&{\frac{{EA}}{{{L^{{e_1}}}}}} \end{array}} \right]\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {u_1^{{e_1},1}} \\ {u_1^{{e_1},2}} \end{array}} \right\} = \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {\delta u_1^{{e_1},1}} \\ {\delta u_1^{{e_1},2}} \end{array}} \right\} \cdot \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {\frac{{{p_1}{L^{{e_1}}}}}{2}} \\ {\frac{{{p_1}{L^{{e_1}}}}}{2}} \end{array}} \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-15ab45b6a97cae0363337c7ee928aac2_l3.png)
Für das Element
gilt mit
:
![Rendered by QuickLaTeX.com \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {\delta u_1^{{e_2},1}} \\ {\delta u_1^{{e_2},2}} \end{array}} \right\} \cdot \left[ {\begin{array}{*{20}{c}} {\frac{{EA}}{{{L^{{e_2}}}}}}&{-\frac{{EA}}{{{L^{{e_2}}}}}} \\ {-\frac{{EA}}{{{L^{{e_2}}}}}}&{\frac{{EA}}{{{L^{{e_2}}}}}} \end{array}} \right]\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {u_1^{{e_2},1}} \\ {u_1^{{e_2},2}} \end{array}} \right\} = \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {\delta u_1^{{e_2},1}} \\ {\delta u_1^{{e_2},2}} \end{array}} \right\} \cdot \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {\frac{{{p_1}{L^{{e_2}}}}}{2}} \\ {\frac{{{p_1}{L^{{e_2}}}}}{2}} \end{array}} \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-ade11f2b2c1978fdb8f397af5f926cff_l3.png)
Ensemblierung der Struktur
Wir haben nun diskrete Strukturverschiebungen
,
,
und virtuelle diskrete Strukturverschiebungen
,
,
. Der Zusammenhang zwischen System- und Elementknotenverschiebungen ist:


Wir generieren nun die Systemsteifigkeitsmatrix durch Ensemblierung der Elementsteifigkeitsmatrizen:
![Rendered by QuickLaTeX.com \delta {\tilde W_{int}} = \underbrace {\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {\delta u_1^2} \\ {\delta u_1^2} \\ {\delta u_1^3} \end{array}} \right\}}_{ = :\delta \vec u} \cdot \underbrace {\left[ {\begin{array}{*{20}{c}} {{k^{{e_1},11}}}&{{k^{{e_1},12}}}&0 \\ {{k^{{e_1},21}}}&{{k^{{e_1},22}}+{k^{{e_2},11}}}&{{k^{{e_2},12}}} \\ 0&{{k^{{e_2},21}}}&{{k^{{e_2},22}}} \end{array}} \right]}_{ = :\underline{K} }\underbrace {\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {u_1^2} \\ {u_1^2} \\ {u_1^3} \end{array}} \right\}}_{ = :\vec u}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-b988af6532146212fd259cae8846b346_l3.png)
Hierfür kann wie in diesem Artikel beschrieben eine Indextafel verwendet werden.
Aufgrund der Randbedingung
können wir die erste Zeile streichen:

Es bleibt:
![Rendered by QuickLaTeX.com \delta {{\tilde W}_{int}} = \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {\delta u_1^2} \\ {\delta u_1^3} \end{array}} \right\} \cdot \left[ {\begin{array}{*{20}{c}} {{k^{{e_1},22}}+{k^{{e_2},11}}}&{{k^{{e_2},12}}} \\ {{k^{{e_2},21}}}&{{k^{{e_2},22}}} \end{array}} \right]\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {u_1^2} \\ {u_1^3} \end{array}} \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-713fbf781d453f9c77c2b59cb34c2b98_l3.png)
![Rendered by QuickLaTeX.com = \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {\delta u_1^2} \\ {\delta u_1^3} \end{array}} \right\} \cdot \left[ {\begin{array}{*{20}{c}} {\frac{{4EA}}{L}}&{-\frac{{2EA}}{L}} \\ {-\frac{{2EA}}{L}}&{\frac{{2EA}}{L}} \end{array}} \right]\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {u_1^2} \\ {u_1^3} \end{array}} \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-d5142d7b8b463e835f82cc7309c0d9a8_l3.png)
Generierung des Systemlastvektors:

Das Fundamentallemma (ohne dynamischen Anteil) führt auf folgendes lineares Gleichungssystem:

Ausgeschrieben ohne die erste Zeile, die wir wie oben beschrieben streichen konnten:
![Rendered by QuickLaTeX.com \left[ {\begin{array}{*{20}{c}} {\frac{{4EA}}{L}}&{-\frac{{2EA}}{L}} \\ {-\frac{{2EA}}{L}}&{\frac{{2EA}}{L}} \end{array}} \right]\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {u_1^2} \\ {u_1^3} \end{array}} \right\} = \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {\frac{{{p_1}L}}{2}} \\ {\frac{{{p_1}L}}{4}} \end{array}} \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-9ae082a4636a488b3f3bf12089053f5e_l3.png)
Durch Lösen des LGS erhalten wir:

Dies ist identisch zur analytischen Lösung. Vergleich mit der Lösung mit einem finiten Element:

Durch die Aufteilung in zwei Elemente ist die approximierte Lösung also deutlich genauer geworden.
Die approximierte Verschiebungsfunktion lautet im Bereich 1:

Die normierte Variable ist dabei:

Damit lautet die approximierte Lösung in physikalischen Koordinaten:
![Rendered by QuickLaTeX.com {\tilde u_1}\left( {{x_1}} \right) = \frac{1}{2}\frac{4}{L}{x_1}u_1^2 = \frac{2}{L}u_1^2{x_1},\quad \quad {x_1} \in \left[ {0,\frac{L}{2}} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-bd22f8756e24ffcda6e7d4610927fc7a_l3.png)
Bereich 2:

![Rendered by QuickLaTeX.com \Rightarrow \quad {{\tilde u}_1}\left( {{x_1}} \right) = \left( {1-\frac{2}{L}{x_1}} \right)u_1^2+\frac{2}{L}{x_1}u_1^3,\quad \quad {x_1} \in \left[ {0,\frac{L}{2}} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-4c007cdba88b620f2415df437dddff30_l3.png)
Wir führen nun die Nachlaufrechnung für das Verzerrungsfeld durch. Für den Bereich 1 gilt:

Dies ist ein konstantes Verzerrungsfeld. Für den Bereich 2 gilt:

Diese Ergebnisse können wir mit der analytischen Lösung vergleichen.

Fazit: Die Lösung ist im Integralmittel erfüllt, die lokale Form wird aber verletzt.
3.10 Die p-Methode am Beispiel des Zugstabes mit konstanter Linienlast
Wir betrachten wieder folgenden Zugstab:

Wie auch bei der h-Methode fügen wir einen dritten Knoten in der Mitte ein. Dieses Mal benutzen wir aber alle drei Knoten für ein einziges finites Element. Die Knoten liegen bei:


Quadratische Ansatzfunktionen (
):

Also in diesem Fall:




Approximation der physikalischen Koordinate:



Wir erhalten also für die Jacobi-Matrix:

Approximation der primären Variablen:



Approximation der Verzerrungen:


Virtuelle innere Arbeit:

Die Elemente der Elementsteifigkeitsmatrix sind dabei:

Wir setzen ein und erhalten:




Für die anderen Elemente erhalten wir analog:

Es ergibt sich die symmetrische Elementsteifigkeitsmatrix:
![Rendered by QuickLaTeX.com \underline{k} ^e = \frac{{EA}}{{3L}}\left[ {\begin{array}{*{20}{c}} 7&{-8}&1 \\ {-8}&{16}&{-8} \\ 1&{-8}&7 \end{array}} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-da4fa83ddb25394283c4c24c6bbfad37_l3.png)
Elementlastvektor für
und
:

Durch Einsetzen erhalten wir:

Analog erhalten wir für die anderen Elemente:


Als Vektor:

Aufstellen des linearen Gleichungssystems mit Hilfe des Fundamentallemmas der Variationsrechnung (hier Spezialfall: Element LGS entspricht Struktur LGS):
![Rendered by QuickLaTeX.com \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {\delta u_1^{{e_1}}} \\ {\delta u_1^{{e_2}}} \\ {\delta u_1^{{e_3}}} \end{array}} \right\} \cdot \frac{{EA}}{{3L}}\left[ {\begin{array}{*{20}{c}} 7&{-8}&1 \\ {-8}&{16}&{-8} \\ 1&{-8}&7 \end{array}} \right]\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {u_1^{{e_1}}} \\ {u_1^{{e_2}}} \\ {u_1^{{e_3}}} \end{array}} \right\} = \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {\delta u_1^{{e_1}}} \\ {\delta u_1^{{e_2}}} \\ {\delta u_1^{{e_3}}} \end{array}} \right\} \cdot \frac{{{p_1}L}}{6}\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} 1 \\ 4 \\ 1 \end{array}} \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-cb672ab10084d40b540a35d844bff394_l3.png)
Da die erste Verschiebung gleich Null ist, können wir die erste Zeile und die erste Spalte der Matrix streichen und erhalten so ein Gleichungssystem mit zwei Unbekannten:
![Rendered by QuickLaTeX.com \frac{{EA}}{{3L}}\left[ {\begin{array}{*{20}{c}} {16}&{-8} \\ {-8}&7 \end{array}} \right]\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {u_1^2} \\ {u_1^3} \end{array}} \right\} = \frac{{{p_1}L}}{6}\left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} 4 \\ 1 \end{array}} \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-fbaf15da0f7f5dd3fea846637cc9d7a0_l3.png)

Diese Werte sind identisch mit der analytischen Lösung. Das konnten allerdings die linearen Ansatzfunktionen auch schon. Den Unterschied sehen wir erst bei der nun folgenden Nachlaufrechnung.
Verschiebungsfeld:



![Rendered by QuickLaTeX.com = \frac{{{p_1}{L^2}}}{{EA}}\left[ {\frac{3}{8}+\frac{{{x_1}}}{{2L}}-\frac{{{{\left( {{x_1}} \right)}^2}}}{{2{L^2}}}} \right],\quad {x_1} \in \left[ {-\frac{L}{2},\frac{L}{2}} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-9219471dfed33a2456fbf3c296318aa1_l3.png)
Für die Verzerrungen ergibt sich:
![Rendered by QuickLaTeX.com {\tilde \varepsilon _{11}}\left( {{x_1}} \right) = \frac{{{p_1}{L^2}}}{{EA}}\left[ {\frac{1}{{2L}}-\frac{{{x_1}}}{{{L^2}}}} \right],\quad {x_1} \in \left[ {-\frac{L}{2},\frac{L}{2}} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-d7cad2f3e130ce22a8f1df3300f3a543_l3.png)
Die Verschiebung ist nun quadratisch, die Verzerrung linear. Vergleich mit analytischer Lösung:

Approximierte und analytische Lösung stimmen genau überein. Es war also in diesem Fall besser, den Grad der Ansatzfunktion zu erhöhen, als die Anzahl der Elemente.



