Dies ist der 600. Artikel im ME-NET! Veröffentlicht um 1723 Uhr am 16.03.2010
Die erste Stufe eines mehrstufigen Getriebes ist ein geradverzahntes Kegelradpaar mit dem Achsenwinkel
. Es handelt sich um ein Null-Radpaar mit der Ritzelzähnezahl
, der Radzähnezahl
und dem Modul am Außenkegel
. Das Getriebe wird von einem Einzylinderverbrennungsmotor mit der Nennleistung
bei
angetrieben und ist für den Antrieb eines Gutförderers vorgesehen.
Aufgaben
29.1 – Bestimmen Sie Teilkegelwinkel, äußeren Teilkreisdurchmesser und äußeren Kopfkreisdurchmesser.
29.2 – Ermitteln Sie die maximal zulässige Breite der Zahnräder.
29.3 – Berechnen Sie mittleren Teilkreisdurchmesser, mittleren Modul, Fuß- und Kopfkegelwinkel, wenn die Breite auf
festgelegt wird.
29.4 – Überprüfen Sie, ob die Ersatzzähnezahlen größer als die praktischen Grenzzähnezahlen sind.
29.5 – Bestimmen Sie die an den Zahnrädern angreifenden Kräfte.
Lösung
Hier zunächst eine kurze Zusammenfassung der Geometrie von Kegelradgetrieben.

und
sind die Teilkegelwinkel.

: äußerer Teilkreisdurchmesser
: äußerer Kopfkreisdurchmesser
: Zahnkopfhöhe
: äußere Teilkegellänge
: Fußwinkel
: Fußkegelwinkel
: Kopfwinkel
: Kopfkegelwinkel
: Modul am Außenkegel
: mittlerer Teilkreisdurchmesser
: mittlerer Modul
: Kraftangriffswinkel
: Eingriffswinkel im Teilkreis
: Zahnfußdicke
Ersatzstirnräder:

Teilkreisdurchmesser:

Die Zähnezahl des Ersatz-Stirnrades ist immer größer als die Zähnezahl des Kegelrades.
29.1 – Teilkegelwinkel und Durchmesser
Wir bestimmen als erstes die Teilkegelwinkel. Für
gilt:

dabei ist
das Zähnezahlverhältnis:


Für den Achsenwinkel gilt:
, daher gilt für den anderen Teilkegelwinkel:

Nun berechnen wir den äußeren Teilkreisdurchmesser.

Wenn wir eine Schrägverzahnung hätten, wäre entscheidend, welchen Modul wir benutzen. Da wir mit Geradverzahnung und ohne Profilverschiebung rechnen, ist
. Der Index e steht dabei für außen.
Für das Ritzel (1) und das Rad (2) folgt:


Wir berechnen nun den äußeren Kopfkreisdurchmesser. Dieser ist der größte messbare Kopfkreisdurchmesser, ganz außen am Zahnrad. Es gilt:

Für die Zahnkopfhöhe gilt:

Da wir mit Geradverzahnung und ohne Profilverschiebung (
) rechnen, vereinfacht sich das zu:

Wir erhalten so die äußeren Kopfkreisdurchmesser für Ritzel und Rad:


29.2 – Maximal zulässige Breite
Wie in der Einleitung beschrieben, gilt für die äußere Teilkegellänge:

Daraus folgt für die geforderte Breite:

Wir berechnen die beiden äußeren Teilkegellängen:


Daraus folgt:

Außerdem ist gefordert (laut [RM S. 717]):


Gewählt: 
29.3 – mittlerer Teilkreisdurchmesser, Modul, Fuß- und Kopfkegelwinkel
Wir berechnen den mittleren Teilkreisdurchmesser:



Mittlerer Modul:

Mittlere Teilkegellänge:

Fußkegelwinkel:

Fußwinkel:




Kopfkegelwinkel:

Kopfwinkel:




29.4 – Ersatzzähnezahlen
Die benötigte Formel lautet:



Praktische Grenzzähnezahlen für geradverzahnte Kegelräder:



Die Werte für die Zähnezahlen sind größer als die Grenzzähnezahlen und daher in Ordnung!
29.5 – angreifende Kräfte
Nennumfangskraft:

Das Antriebsmoment ist:

Antriebsleistung:

Für den Anwendungsfaktor betrachten wir die folgende Tabelle:

Es folgt:
(mäßige Stöße / mäßige Stöße)
Damit erhalten wir für die Leistung:

Damit erhalten wir die Nennumfangskraft am Ritzel:

Wir berechnen nun die Nennumfangskraft am Rad bei Wirkungsgrad 1:

Für die Axialkraft gilt:

Der Eingriffswinkel
ist gegeben als
.
Es folgt:


Radialkraft:


Es sind also nicht die Kräfte gleich, sondern die Axialkraft am Ritzel entspricht der Radialkraft am Rad und andersrum. Dies ist allerdings nur der Fall, wenn der Winkel zwischen den Zahnrädern 90° beträgt.


