Gegeben seien folgende Rechnerarchitekturen
- Pentium 3 PC mit 12-stufiger Pipeline
- Cluster von 10 Linux-Rechnern mit Pentium 3
- Multiprozessor Hochleistungsrechner mit 100 parallelen 64-Bit CPUs
- Feldrechner, dessen einziges Leitwerk 128 gleichartige 32-Bit Rechenwerke ansteuert
- Moderner Dual-Core AMD Athlon 64 X2 mit 12-stufiger Pipeline pro Core
- klassischer von Neumann Rechner von Übungsblatt 2 mit einer Wortbreite von 8-Bit
- siehe folgende Abbildung:

Aufgaben:
- Erklären Sie das Klassifikationsschema von Flynn und klassifizieren Sie die gegebenen Rechnerarchitekturen (1)-(7) nach diesem Klassifikationsschema.
- Geben Sie die generelle Klassifikationsformel des Erlanger Klassifikationsschemas an und klassifizieren Sie die gegebenen Rechnerarchitekturen (1)-(7) nach diesem Klassifikationsschema.
Lösung 3.1
a)
Das Rechner-Klassifikationsschema nach Flynn unterteilt Rechnerarchitekturen in vier Bereiche:
Single Instruction Single Data (SISD): Bei jedem Prozessortakt wird eine Instruktion auf ein Datenwort ausgeführt.
Single Instruction Multiple Data (SIMD): Bei jedem Prozessortakt wird eine Instruktion auf mehrere Datenworte gleichzeitig ausgeführt.
Multiple Instruction Single Data (MISD): Bei jedem Prozessortakt werden mehrere Instruktionen auf ein Datenwort ausgeführt (mit evtl. unterschiedlichen Ergebnissen).
Multiple Instruction Multiple Data (MIMD): Bei jedem Prozessortakt werden mehrere Instruktionen auf mehrere Datenworte gleichzeitig ausgeführt.
Einteilung der gegebenen Systeme:
- SISD
- MIMD
- MIMD
- SIMD
- MIMD
- SISD
- MIMD
b)
Das Erlangen Classification System (ECS) wurde 1975 von Wolfgang Händler entwickelt und dient zur Beschreibung von Computer-Architekturen hinsichtlich ihrer Parallelität. Hierzu werden Tripel verwendet:
Hierbei bedeutet
- k die Anzahl der nebenläufigen Steuerwerke (Leitwerke)
- k’ die Anzahl der spezialisierten Steuerwerke für Programm- bzw. Prozessorpipelining
- d die Anzahl der nebenläufigen Rechenwerke (je Steuerwerk)
- d’ die Anzahl der Pipelining-Rechenwerke (je Steuerwerk)
- w die Anzahl der parallelen Bitstellen (also die Wortbreite) im Rechenwerk (ALU)
- w’ die Anzahl der elementaren Teilwerke
Einteilung der gegebenen Systeme:
- (1, 1, 32*12)
- (10, 1, 32*12)
- (100, 1, 64)
- (1, 128, 32)
- (2, 1, 64*12)
- (1, 1, 8 )
- (8, 2, 128 )


