a ) Unbeschränktes Funktional
Durch
und
sei ein normierter Vektorraum gegeben. Zeigen Sie, dass das lineare Funktional
nicht beschränkt ist.
b ) Punktweise und gleichmäßige Konvergenz von Operatoren
sei ein Banachraum,
ein normierter Raum und
eine punktweise konvergente Folge. Das heißt für alle
existiert der punktweise Limes
.
i:
Zeigen Sie:
ist beschränkt, d.h.
und
.
Hinweis: Nuten Sie das Prinzip der gleichmäßigen Beschränktheit.
ii:
Geben Sie ein Beispiel für eine punktweise konvergente Folge
an, welche nicht gleichmäßig (bezüglich der Operatornorm) gegen
konvergiert.
iii:
Für
und
![Rendered by QuickLaTeX.com T:X \to X,\quad T\left[ x \right]\left( t \right) = \int\limits_\mathbb{R} {\kappa \left( {t-s} \right)s\left( s \right)ds} ,\quad x \in X](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-692a5b0dc15abb4980e8528bbd25f4a8_l3.png)
mit

zeige man
. Berechnen Sie
.
Lösung
Mit der Supremumsnorm wäre der gegebene Raum ein Banach-Raum. Mit der angegebenen Norm ist der Raum aber nicht vollständig, es ist also nur ein normierter Vektorraum.
Es handelt sich um eine Norm, da Definitheit, Homogenität und Dreiecksungleichung erfüllt sind. Erläuterung zur Definitheit: Wir gehen davon aus, dass gilt:
![Rendered by QuickLaTeX.com {\left\| x \right\|_X} = 0\mathop \Rightarrow \limits_{x \in C\left( {\left[ {0,1} \right]} \right)} x = 0](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-f1d0f43cb6c47bff22aebe4642d00b07_l3.png)
Annahme:
![Rendered by QuickLaTeX.com \exists {t_0} \in \left[ {0,1} \right]:x\left( {{t_0}} \right) = \varepsilon > 0](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-24a63c2a1378875340485cc91c93a768_l3.png)
Da
stetig ist, gilt:
![Rendered by QuickLaTeX.com \forall \varepsilon ^\prime > 0\quad \exists \delta > 0:\left| {x\left( {{t_0}} \right)-x\left( t \right)} \right| < \varepsilon ^\prime\quad \forall t \in \left[ {{t_0}-\delta ,{t_0}+\delta } \right] \cap \left[ {0,1} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-ae3676c999ba3268edb654538570f7bc_l3.png)
Wähle nun z.B.
![Rendered by QuickLaTeX.com \varepsilon ^\prime = \frac{\varepsilon } {2}\quad \Rightarrow \quad x\left( 1 \right) > \frac{\varepsilon } {2}\quad \forall t \in \left[ {{t_0}-\delta ,{t_0}+\delta } \right] \cap \left[ {0,1} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-a5b30c8679463dcfdc117e03c2125855_l3.png)

Dies ist ein Widerspruch zur Annahme. Daraus folgt: 
Die anderen beiden Normaxiome sind trivial zu zeigen, da sie direkt aus dem Betrag im Integral übertragen werden.
Aber das nur nebenbei. Zur Sache:
a )
Betrachte

Erneut führen wir einen indirekten Beweis zu der Annahme:

Wir wählen dazu:
![Rendered by QuickLaTeX.com {x_n}\left( t \right) = \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {1-n\left| {x-\frac{1} {3}} \right|} & {t \in \left[ {\frac{1} {3}-\frac{1} {n},\frac{1} {3}+\frac{1} {n}} \right] \cap \left[ {0,1} \right]} \\ 0 & {sonst} \\ \end{array} } \right.](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-35c16d19493ac17b8225b7a8ddeeda32_l3.png)
Es gilt:
und 
Andererseits ist aber:

Also:

Das ist ein Widerspruch zu
.
b i )
Die Linearität von
überträgt auf den punktweisen Limes
.
Beschränktheit von
: Für alle
ist
konvergent in
. Daraus folgt, dass
beschränkt ist in
. (d.h.
).
Prinzip der gleichmäßigen Beschränktheit:



Wir zeigen nun die (schärfere) Abschätzung

Dies folgt direkt aus

Sei nun
mit
beliebig gewählt, dann gilt

Mit der Dreiecksungleichung bezüglich der Y-Norm folgt:

mit der allgemeinen Aussage
folgt dann


Schließlich erhalten wir

b ii )
, definiere
als “Cut-Off”-Operatorfolge

mit
.
Wir zeigen die Beschränktheit:


Aber:

Wähle nun als Vektor der kanonischen Basis von
:

mit der einzigen 1 an der k+1-ten Stelle.
Dann ist:

Daraus folgt:



