Sei X eine reelle ZV mit der W-Dichte f(x) = 1/2 sin(x) für
, bzw. = 0 sonst.
Eine X-Stichprobe vom Umfang n = 5 (z.B. erzeugt mit dem R-Befehl “acos(1-2*runif(5))”)
lieferte die Realisierungen 1.51, 1.98, 1.56, 2.65, 0.97.
Bestimmen und vergleichen Sie die α-Quantile dieser Stichprobe und die α -Quantile der
Verteilung von X für α = 0.1, 0.3, 0.5, 0.7, 0.9.
Lösung
Quantile
sind Kennzahlen für Messreihen und VerteilungenEin α-Quantil ist ein Wert, der die Messwerte so aufteilt, dass der Anteil α der Daten kleiner ist und der Anteil 1-α der Daten größer. Bei einem 95%-Quantil sind also 95% der Messwerte kleiner als das Quantil und 5% der Messwerte größer.


Um nun die tatsächlichen α -Quantile der Verteilung von X zu berechnen, benötigen wir zunächste die Verteilungsfunktion, welche wir durch Integration der Dichtefunktion bekommen:
Dichte von X: 
Verteilungsfunktion zu f: 
Da das Integral für alle Werte unterhalb von 0 = 0 ist, setzen wir als untere Grenze auch 0 und nicht minus unendlich:
![Rendered by QuickLaTeX.com \int\limits_0^x {\frac{1} {2}} \sin t = \left[ {-\frac{1} {2}\cos t} \right]_0^x = -\frac{1} {2}\cos x+\frac{1} {2} = \frac{1} {2}\left( {1-\cos x} \right)](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-94aac1774451b5d7a7f406179cc613a9_l3.png)

Um nun für ein bestimmtes α-Quantil den entsprechenden Wert für x zu bekommen, müssen wir die Umkehrfunktion bilden:


An dieser Stelle sei noch einmal an die Bedeutung eines α-Quantils erinnert.
Z.B. ist das 0.3-Quantil der x-Wert, unterhalb dessen sich 30% der Verteilung befinden:




