Die wichtigsten Methoden und Vorgehensweisen bei der Berechnung von Schwingungen mit mehreren Freiheitsgraden lassen sich am einfachsten an Systemen mit zwei Freiheitsgraden zeigen. Hierbei ist die Matrixschreibweise unumgänglich (siehe nächster Artikel).
Im Folgenden wird zugunsten der Anschaulichkeit die Dämpfung zunächst nicht berücksichtigt.
Ausgangslage und ausgelenktes System

Durch das Gewicht der Massen werden die Federn auch ohne anregende Kraft schon auf eine statische Ruhelage gedehnt. Diese kann berechnet und aus der Betrachtung herausgezogen werden, da die eigentliche Schwingung dann um die statische Ruhelage und nicht um die Ausgangslage erfolgt.
Freigeschnittenes System
erste Masse:

zweite Masse:

Herleitung der Differentialgleichung
Schwerpunktsatz, angewendet auf die beiden Massen:


umgestellt:


Die statische Ruhelage ist gekennzeichnet durch

und

Damit folgt aus dem umsortierten Schwerpunktsatz:


Die statische Durchsenkung der Masse 1 ist daher:

und für die Masse 2:

Die Koordinatentransformation

und

ermöglicht die Abspaltung der statischen Durchsenkungen und führt für die Wechselanteile der Auslenkungen x1,2 (samt zweiter und bei Berücksichtigung der Dämpfung erster Ableitung nach der Zeit) auf ein System von zwei gekoppelten DGLs:
Herleitung:
Ausgangsgleichungen






Ableitung der Auslenkungen:




Alles in die Ausgangsgleichungen eingesetzt:






und







[...] letzten Artikel wurde die Differentialgleichung der Bewegung der beiden Massen eines Systems mit zwei [...]