Wir betrachten ein kleines Stück aus dem schwingenden Dehnstab:

EA: Dehnsteifigkeit
ρA = µ: Masse pro Längeneinheit
qx(x, t): eingeprägte Normalkraft pro Längeneinheit
u(x, t): Verschiebung in Stablängsrichtung
Es kommt zu Dehnschwingungen in Richtung der Stabachse, die vor allem longitudinale Anteile haben.
Herleitung der DGL
Mit Hilfe des Schwerpunktsatzes in x-Richtung schließen wir auf die Differentialgleichung.

mit

und

ergibt

Mit Materialgleichung

EA ist die Längssteifigkeit. Wir können schreiben:

Wir erhalten damit
Im Gegensatz zur Saite muss hier also das Material berücksichtigt werden. EA hängt möglicherweise von x ab. Ist dies nicht der Fall, kann EA vor die Ableitung gezogen werden.
Die DGL soll nun zunächst für freie Schwingungen gelöst werden. Wir betrachten einen Stab konstanter Längssteifigkeit (EA = const). Die DGL vereinfacht sich wie folgt:

Wir bringen die Konstanten auf eine Seite:

Die Querschnittsfläche kürzt sich heraus, für den restlichen Quotienten schreiben wir

(Ausbreitungsgeschwindigkeit von Dehnwellen in Stäben). Eingesetzt ergibt sich
Lösung der Differentialgleichung
Bernoulli-Ansatz

Wir erhalten zwei gewöhnliche Differentialgleichungen und kommen auf die Gesamtlösung
mit der Wellenzahl 
Die weitere Behandlung erfolgt analog zur Saite. Neu ist, dass es verschiedene Randbedingungen geben kann.


