Die Funktionen
![Rendered by QuickLaTeX.com {T_n}\left( x \right) = \cos \left( {n\arccos x} \right),\quad x \in \left[ {-1,1} \right],\quad n = 0,1, \ldots](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-85e32a95eb473210ffb798b89b1dfb6e_l3.png)
heißen Tschebyscheff-Polynome.
a )
Zeigen Sie, dass die Funktionen
Polynome vom Grad
sind, indem Sie folgende Rekursion beweisen:


b )
Zeigen Sie, dass ![Rendered by QuickLaTeX.com {T_n}\left( 1 \right) = 1,\:\:{T_n}\left( {-1} \right) = {\left( {-1} \right)^n},\:\:\left| {{T_n}\left( x \right)} \right| \leq 1\:\:\forall x \in \left[ {-1,1} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-07e66608027f9b05218b47c5c60710ed_l3.png)
c )
Bestimmen Sie alle Stellen
mit
, sowie die Nullstellen von 
d )
Zeigen Sie, dass die Tschebyscheff-Polynome folgende Orthogonalitätseigenschaft besitzen:

e )
Beweisen Sie folgende Aussage:
Es sei
beliebig, aber fest,
mit
die Nullstellen von
und

Dann gilt für alle
mit führendem Koeffizienten 1 die Ungleichung
![Rendered by QuickLaTeX.com {\left\| {{q_{n+1}}} \right\|_{C\left[ {-1,1} \right]}} \geq {\left\| {{\pi _{n+1}}} \right\|_{C\left[ {-1,1} \right]}} = {2^{-n}}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-e41a6406346f85f43c460f1a5d9f4dc9_l3.png)
mit Gleichheit genau dann, wenn 
f )
Warum eignen sich die Nullstellen der Tschebyscheff-Polynome besonders als Stützstellen bei der Polynominterpolation?
Lösung
a )



Additionstheorem:




Es handelt sich also tatsächlich um Polynome.
b )



c )
Wir suchen nun die Extremstellen:




Nullstellen:




d )
Substitution:



Es gilt:
![Rendered by QuickLaTeX.com {\sin ^2}\left( \varphi \right)+{\cos ^2}\left( \varphi \right) = 1\quad \Rightarrow \quad \sqrt {1-{{\cos }^2}\left( \varphi \right)} = \sin \left( \varphi \right)\quad \forall \varphi \in \left[ {0,\pi } \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-865927e2190c0f781a6b841f8729d4b6_l3.png)
Daher können wir kürzen und erhalten:



Fallunterscheidung:
1.
:
![Rendered by QuickLaTeX.com \int_0^\pi {\cos \left( {k \cdot \varphi } \right)\cos \left( {j\varphi } \right)d\varphi } = \left[ {\frac{{\sin \left( {k-j} \right)\varphi }}{{2\left( {k-j} \right)}}+\frac{{\sin \left( {k+j} \right)\varphi }}{{2\left( {k+j} \right)}}} \right]_0^\pi = 0](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-39c7961725a3dfd0b96da2de4310a92b_l3.png)
2.
:

3.
:
![Rendered by QuickLaTeX.com \int_0^\pi {{{\cos }^2}\left( {k\varphi } \right)d\varphi } = \left[ {\frac{1}{2}\varphi +\frac{1}{{4k}}\sin \left( {2k\varphi } \right)} \right]_0^\pi = \frac{\pi }{2}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-27d42d1d96f2a700e71dae7dea0a4d39_l3.png)
e )

Zeige:
Für
mit führendem Koeffizienten 1 gilt:
![Rendered by QuickLaTeX.com {\left\| {{q_{n+1}}} \right\|_{C\left[ {-1,1} \right]}} \geq {\left\| {{\pi _{n+1}}} \right\|_{C\left[ {-1,1} \right]}} = {2^{-n}}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-e41a6406346f85f43c460f1a5d9f4dc9_l3.png)
Beweis:

Dies gilt, da der führende Koeffizient von
ist (vergleiche Rekursion).
In Aufgabe c) wurde gezeigt, dass das Maximum des Tschebyscheff-Polynoms 1 ist:
![Rendered by QuickLaTeX.com {\left\| {{T_{n+1}}} \right\|_{C\left[ {-1,1} \right]}} = 1\quad \Rightarrow \quad {\left\| {{\pi _{n+1}}} \right\|_{C\left[ {-1,1} \right]}} = {2^{-n}}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-b8b688feb5d3ef14adaed21d504a63db_l3.png)
Indirekter Beweis für die Optimalität:
Sei
mit führendem Koeffizienten 1 und
(Annahme gilt nicht, soll später auf Widerspruch führen)
Wir betrachten nun die Differenz zwischen dem
und dem
:

Da beide den führenden Koeffizienten 1 haben, fallen die höchsten Terme weg, die Differenz wird zu einem Polynom n-ten Grades:

Jetzt nutzen wir das Ergebnis von Aufgabe d). Für
gilt:

Wegen der Annahme
gilt:

Daraus folgt, dass
mindestens ein Mal das Vorzeichen wechselt. Die Funktion hat daher mindestens eine Nullstelle. Daraus folgt, dass
das Nullpolynom ist (Fundamentalsatz der Algebra).

Dies steht im Gegensatz zu
![Rendered by QuickLaTeX.com {\left\| {{q_{n+1}}} \right\|_{C\left[ {-1,1} \right]}} < {2^{-n}}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-a353f46604d1029a3181ad77a4a0d04e_l3.png)
und
![Rendered by QuickLaTeX.com {\left\| {{T_{n+1}}} \right\|_{C\left[ {-1,1} \right]}} = 1\quad \Rightarrow \quad {\left\| {{\pi _{n+1}}} \right\|_{C\left[ {-1,1} \right]}} = {2^{-n}}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-b8b688feb5d3ef14adaed21d504a63db_l3.png)
f )
Folgt aus e) und der Fehlerdarstellung aus Aufgabe 1 d).


