Bei einer Pelton-Turbine beträgt der Druck im Eintrittsstutzen p1 = 120 bar, im Austrittsstutzen p2 = 1 bar. Das Wasser erwärmt sich in der Turbine um 0,4 K.
Wie groß ist der Wirkungsgrad der Turbine, d.h. das Verhältnis der tatsächlich gewonnenen Arbeit zur maximal möglichen Arbeit?
Die Turbine soll als vollkommen wärmeisoliert betrachtet werden. Kompressibilität und thermische Ausdehnung des Wassers können vernachlässigt werden. Änderungen der kinetischen und potentiellen Energien des Wassers sind ebenfalls zu vernachlässigen.
Weitere Angaben: für Wasser gilt D = 1000 kg/m³ = const. und cp = cv = c = 4,18 kJ/(kgK)
Geg.:


Lösung

Zunächst eine Folgerungskette:
vollkommen wärmeisoliert
adiabat
reversibel
isentrop
s = const.
ds = 0
(für Verdichter wäre es wieder anders):

(aus Formelsammlung)
bekommen wir aus dem 1. HS für statische Fließprozesse.
Wegen der Vernachlässigung der Änderungen der kinetischen und potentiellen Energien des Wassers gilt:


bekommen wir aus:
Bei idealen Gasen würde für den zweiten Term (den sog. Realgasfaktor) gelten:

ABER HIER NICHT!
Denn Wasser ist kein „ideales Gas“. Wir benutzen daher folgende Beziehung, die für reale Gase / Fluide gilt:

Der zweite Term ist hier wegen der Annahme der Inkompressibilität zu vernachlässigen.
Eingesetzt folgt nun:



Um die maximal gewinnbare Arbeit
zu berechnen gibt es nun 2 Möglichkeiten:
-
Laut Formelsammlung gilt bei stationären Fließprozessen:

-
Aus der Gibb’schen Hauptgleichung folgt:

Da der Vorgang isentrop sein soll, gilt:


Insgesamt gilt also für den Wirkungsgrad:



