Eine Funktion
heißt absolut stetig, falls für alle
ein
so existiert, dass für jedes endliche System paarweise disjunkter Intervalle
![Rendered by QuickLaTeX.com \left( {{a_i},{b_i}} \right) \subset \left[ {a,b} \right],\quad i = 1, \ldots ,n](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-2b3bf41f928771aa8f92487e02c08fd9_l3.png)
die Implikation

gilt.
Die Menge aller absolut stetigen Funktionen über
bezeichnen wir mit
und es gilt der folgende Satz:
. Dann ist
fast überall differenzierbar auf
mit
und für alle
gilt:
Sei nun
![Rendered by QuickLaTeX.com H = \left\{ {x \in AC\left( {\left[ {0,1} \right]} \right):x\left( 0 \right) = 0,\quad x^{\prime} \in {L^2}\left( {\left( {0,1} \right)} \right)} \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-51aab89eaec44696e41591d96fce1303_l3.png)
und


ist damit ein Hilbertraum. Zu fixiertem
definieren wir
durch
.
-
Prüfen Sie die Beschränktheit von
-
Berechnen Sie den eindeutig bestimmten Repräsentanten
von
und
wenn der Skalarbereich den reellen Zahlen entspricht
Lösung
i
ist absolut stetig, wenn


Es gilt:
Wenn
absolut stetig ist, dann ist
fast überall differenzierbar auf
und ![Rendered by QuickLaTeX.com x\left( {\tilde s} \right)-x\left( a \right) = \int_a^{\tilde s} {x^{\prime}\left( s \right)ds} ,\quad \forall \tilde s \in \left[ {a,b} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-15a7776ffdc049b5dd6d55769ca217a7_l3.png)

![Rendered by QuickLaTeX.com H = \left\{ {x \in \underbrace {AC\left( {\left[ {0,1} \right]} \right)}_{absolut\quad konvergent}:x\left( 0 \right) = 0,\quad x^{\prime} \in {L^2}\left( {0,1} \right)} \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-312f21b2851764dd602ad421c92d6c7d_l3.png)




Die beiden Normen sind also gleich. Die Norm des Hilbert-Raumes entspricht also der L2-Norm.
Erklärung:
-Norm ist definiert als:

Es ist nun gegeben:
mit einem fixierten
.

Wir schreiben

Wegen

ist

mit der Cauchy-Schwarz-Ungleichung folgt:



Also ist
beschränkt.
ii
Wir suchen eine Funktion
, so dass gilt:

wir betrachten nur den reellen Fall:

Wir setzen
(als Beispiel für beliebiges
)

Die Ableitung der gesuchten Funktion ist:
![Rendered by QuickLaTeX.com {x_F}^{\prime}\left( s \right) = \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {1\quad auf\left[ {0,\frac{1} {2}} \right]} \\ {0\quad auf\left[ {\frac{1} {2},1} \right]} \\ \end{array} } \right.](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-27fe4f3c0118c24ed915b70f1469eb3e_l3.png)
Die Funktion ist stetig, die Ableitung ist unstetig.
Sie lautet:
![Rendered by QuickLaTeX.com {x_F}\left( s \right) = \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {s\quad auf\left[ {0,\frac{1} {2}} \right]} \\ {\frac{1} {2}\quad auf\left[ {\frac{1} {2},1} \right]} \\ \end{array} } \right.](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-1676e14920b348a7f62771a0837063e9_l3.png)
Im allgemeinen Fall gilt:
![Rendered by QuickLaTeX.com {x_F}\left( s \right) = \left\{ {\begin{array}{*{20}{c}} {s\quad auf\left[ {0,t} \right]} \\ {t\quad auf\left[ {t,1} \right]} \\ \end{array} } \right.](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-f768bfdac1318fdf63a40e7b85a6464c_l3.png)
Wir bestimmen nun die Norm
. Diese zu finden, ist suizidal schwierig, daher suchen wir stett dessen die Norm
.
Es gilt

Die H-Norm ist die L2-Norm der Ableitung der Funktion.


