Produkträume
Sei
ein statistischer Raum und sei n eine natürliche Zahl.
Dabei sei
die Menge der möglichen Verteilungen einer E-wertigen Zufallsvariablen X in parametrisierter Form.
Setze
.
heißt dann n-facher Produktraum von 
Erklärung:
Man betrachtet nun eine „einfache X-Stichprobe
vom Umfang n“ d.h.
sind unabhängig und identisch verteilte Zufallsvariablen.
Der n-fache Produktraum ist dann „der zur X-Stichprobe vom Umfang n gehörige statistische Raum“.
Bemerkungen:
Ist
parametrisch oder ein Standardraum, so ist dies auch
Genauer gilt für
:
Hat
die Likelihood 
so hat
die Likelihood 
Erwartungstreue
Sei X eine Zufallsvariable, für deren Menge von Verteilungsfunktionen
gilt
.
Sei
ein Schätzer.
Die Funktion
heißt Verzerrung oder Bias von g.
Ein Schätzer
heißt erwartungstreu für ein Funktional
, wenn gilt:
![Rendered by QuickLaTeX.com E_\vartheta [g(X)] = \gamma (\vartheta )\quad \forall \vartheta \in \Theta](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-be7e55367f8a979f463865cc9b5f20ee_l3.png)
Beispiele:
Sei
eine einfache reellwertige Stichprobe.
sei die Menge der für
in Frage kommenden Verteilungen auf 

-
Seien
g wäre z.B. ein erwartungstreuer Schätzer für
da gilt: ![Rendered by QuickLaTeX.com E_p [g\left( z \right)] = E_p \left( M \right) = \mu = E_p \left( X \right) = \gamma (p)\quad ,\quad X: = X_1](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-351de18a036ea8f2f7125260612f7a97_l3.png)
h wäre ein erwartungstreuer Schätzer für
da gilt:
-
Für beliebige
sei

ist eine erwartungstreue Schätzfunktion für
(wobei
die zu p gehörige Verteilungsfunktion ist) da gilt:![Rendered by QuickLaTeX.com E_p [g\left( {x,Z} \right)] = E_p \left( {F_n \left( x \right)} \right) = F_p \left( x \right) = \gamma \left( p \right)](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-1ef79deb1f6e03c051e938ec38fe9f7b_l3.png)
wegen:
Aufgabe
Sei
der zu einer einfachen Stichprobe
vom Umfang n aus einer Bernoulli-Verteilung mit unbekanntem Parameter
gehörige statistische Raum.
Gibt es eine erwartungstreue Schätzfunktion für die Standardabweichung von X1, also für
?
Hinweis: Zeigen Sie, dass für jede Schätzfunktion g
ein Polynom in
ist.
Lösung
Für eine Bernoulliverteilung (vom Umfang n) gilt:

![Rendered by QuickLaTeX.com \mathcal{W}_z = \left\{ {B\left( {1,\vartheta } \right)^{ \otimes n} |\vartheta \in \left[ {0,1} \right]} \right\}](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-6447401d80abb1b777031666c3f9d8bf_l3.png)
Für
würde die W-Funktion lauten:

Demnach wäre also


mit 
![Rendered by QuickLaTeX.com \gamma \left( z \right) = \sqrt {\vartheta \left( {1-\vartheta } \right)} \quad ,\quad \vartheta \in \left[ {0,1} \right] = \Theta](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-b28e4802ffdccb65cb2365ed60fca17a_l3.png)
Für eine erwartungstreue Schätzfunktion müsste gelten: ![Rendered by QuickLaTeX.com E_\vartheta [g(X)] = \gamma (\vartheta )\quad \forall \vartheta \in \Theta](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-be7e55367f8a979f463865cc9b5f20ee_l3.png)
Für den Erwartungswert im diskreten Fall gilt: 
Für eine diskrete reelle Zufallsvariable X wäre
Sei
irgendeine Schätzfunktion



ist ein Polynom in
vom (Grad
)
ist aber kein Polynom
Es gibt keine erwartungstreue Schätzfunktion.
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