Gegeben ist die folgende Differentialgleichung

mit den Anfangswerten



a) Berechnen Sie die vollständige Laplace-Transformierte Y(s).
b) Gegeben ist eine Lösung der charakteristischen Gleichung bei s1 = -1.
Berechnen Sie alle weiteren Lösungen und geben Sie die charakteristische Gleichung in
faktorisierter Form an.
c) Berechnen Sie die Sprungantwort h(t) des Systems 
d) Geben Sie die Systemantwort y(t) bei dem folgenden Eingang an.

Lösung
a)
Berechnen der vollständige Laplace-Transformierten:
Um die vorgegebene Gleichung zu transformieren, benötigen wir zunächst die Tabelle mit Definition und Eigenschaften der Laplace-Transformation:

Damit folgt für unsere Gleichung mit dem Differentiationsansatz (Nr. 6):
![Rendered by QuickLaTeX.com \left[ {\dddot y\left( t \right)} \right]+2 \cdot \left[ {\ddot y\left( t \right)} \right]+5 \cdot \left[ {\dot y\left( t \right)} \right]+4 \cdot \left[ {y\left( t \right)} \right] = 2 \cdot \left[ {u\left( t \right)} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-3ede32c60fed44ee7798db5c560cae8c_l3.png)

![Rendered by QuickLaTeX.com \left[ {{s^3} \cdot Y\left( s \right)-\sum\limits_{i = 0}^{3-1} {{s^i} \cdot {y^{\left( {3-i-1} \right)}}\left( 0 \right)} } \right]+2 \cdot \left[ {{s^2} \cdot Y\left( s \right)-\sum\limits_{i = 0}^1 {{s^i} \cdot {y^{\left( {1-i} \right)}}\left( 0 \right)} } \right]+](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-1718c0bfc04cffd252cade3f3a9e7ebc_l3.png)
![Rendered by QuickLaTeX.com +5 \cdot \left[ {s \cdot Y\left( s \right)-y\left( 0 \right)} \right]+4 \cdot Y\left( s \right) = 2 \cdot U\left( s \right)](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-608db8e2d96b9518b6be4f1ebe1f7e26_l3.png)

![Rendered by QuickLaTeX.com \left[ {{s^3} \cdot Y\left( s \right)-{{\ddot y}_0}-s \cdot {{\dot y}_0}-{s^2} \cdot {y_0}} \right]+2 \cdot \left[ {{s^2} \cdot Y\left( s \right)-{{\dot y}_0}-s \cdot {y_0}} \right]+](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-880928a10cec9944606e5915b093fac5_l3.png)
![Rendered by QuickLaTeX.com +5 \cdot \left[ {s \cdot Y\left( s \right)-{y_0}} \right]+4 \cdot Y\left( s \right) = 2 \cdot U\left( s \right)](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-c5e186ca29cc9a0446b086734bca77a9_l3.png)






Die Transformierte lässt sich also aufteilen in eine Übertragungsfunktion

und die Bewegung aufgrund der Anfangsbedingung

b)
Der Nenner der Transformierten ist die so genannte Charakteristische Gleichung oder das so genannte charakteristische Polynom. Zum finden der Lösungen setzen wir dieses gleich 0:

Da wir in der Aufgabenstellung bereits eine Lösung gegeben haben, bekommen wir weitere z.B. durch Polynomdivision. Diese wollen wir an dieser Stelle mit dem Horner-Schema ausführen:


Dies ersetzt das aufwändigere Verfahren:

Für die weiteren Nullstellen folgt:

Damit können wir nun die charakteristische Gleichung in faktorisierter Form angeben:

c)
Um die Sprungantwort zu berechnen setzen wir als Eingangsfunktion die Sprungfunktion ein:

bzw. mit einem Blick in die Korrespondenztabelle für Laplace-Transformationen


folgt aus Nr. 1:

Zusammen mit der Bedingung
erhalten wir also durch Einsetzen:

Um daraus nun die Sprungantwort als Zeitfunktion berechnen zu können, müssen wir diese Formel so umstellen, dass sie mit Hilfe der Korrespondenzen aus der „Korrespondenztabelle für Laplace-Transformationen“ wieder zurücktransformiert werden kann.
Der erste Schritt dazu ist nun eine Partialbruchzerlegung. Dabei gilt die komplexen Zahlen, dass man statt

auch folgenden Term verwenden kann:
wobei 
Dies erspart einem das Rechnen im Komplexen.
Damit erhalten wir nun:




Bei einem Blick in die Korrespondenztabelle stellen wir fest, dass die Terme der Gleichung schon fast den Korrespondenzen Nr. 1, 3 und 30 bzw. 31 entsprechen.
Um nun auf möglichst einfache Weise die Koeffizienten A, B, C und D zu bestimmen, multiplizieren wir die Gleichung mit ihren Nennern:




Durch Koeffizientenvergleich erhalten wir:










Eingesetzt erhalten wir:

Um daraus nun die Nummern 1, 3, und 30 zu bekommen, ergänzen wir:

Damit folgt für die Rücktransformation mit der Korrespondenztabelle:


d)


Mit Hilfe des Rechtsverschiebungssatzes aus der ersten Tabelle bekommen wir für die Transformierte:


Um die Systemantwort auf beliebige Eingangsfunktionen zu bekommen, müssen wir diese einfach nur mit der Sprungantwort falten:
![Rendered by QuickLaTeX.com Y\left( s \right) = G\left( s \right) \cdot U\left( s \right) = G\left( s \right) \cdot \frac{1} {s} \cdot \left[ {{K_1} \cdot {e^{-s{T_1}}}-\left( {{K_1}-{K_2}} \right) \cdot {e^{-s{T_2}}}} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-08a773ac5ae594d81cf9cbdc757c2967_l3.png)
In der vorherigen Aufgabe haben wir gezeigt, dass gilt:

![Rendered by QuickLaTeX.com \Rightarrow \quad Y\left( s \right) = H\left( s \right) \cdot \left[ {{K_1} \cdot {e^{-s{T_1}}}-\left( {{K_1}-{K_2}} \right) \cdot {e^{-s{T_2}}}} \right]](http://me-lrt.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-dd224cb2871d07de83721f508dd77981_l3.png)

Mit dem Rechtsverschiebungssatzes rücktransformiert erhalten wir:







Hier noch eine Grafische Darstellung der Systemantworten:








Bei der RÜcktransformation der Rechtsverschiebung ganz zum Schluss sind ein paar T1er eigentlich T2er…..(weniger Copy+Paste bei den Formeln benutzten….
)
Stimmt. Hab’s korrigiert. Danke!