Auf den windreichen Kanarischen Inseln ist eine Kühlanlage geplant, die Kaltwasser (Massenstrom
) von
liefern soll. Das Wasser wird der Umgebung entnommen und hat eine Temperatur
. Die Kühlanlage soll nach folgendem Prinzip arbeiten:
Die in die Kühlanlage (Eintrittsquerschnitt
) mit der Geschwindigkeit
einströmende Luft der Umgebung
soll zunächst mit einem Gebläse reversibel adiabatisch komprimiert und anschließend isobar auf die Umgebungstemperatur
abgekühlt werden. In einer adiabaten Düse soll die Luft dann reversibel auf
entspannt werden und die Kühlanlage – nach der Kühlung des Wassers in einem vollkommenen isolierten Wärmeübertrager – mit der Temperatur
verlassen.

- Skizzieren Sie die Zustandsänderungen der Luft in einem T,s- und einem p-h-Diagramm.
-
Welche Temperatur
muss die Luft beim Eintritt in den Wärmeübertrager mindestens angenommen haben, wenn für die Auslegung eine Luftgeschwindigkeit
zugrunde gelegt werden soll?
-
Auf welchen Druck
muss die Luft dafür komprimiert werden?
-
Mit welcher Geschwindigkeit
verlässt die Luft die Kühlanlage? Diskutieren Sie das Ergebnis.
Weitere Angaben:
- Die Luft ist als perfektes Gas mit
und
zu behandeln.
- Die spezifische Wärmekapazität von Wasser beträgt
- Änderungen der kinetischen Energien sind ausschließlich in der Düse zu berücksichtigen.
- Änderungen der potentiellen Energien sind zu vernachlässigen.
Lösung
Gegeben



Da die Luft ein perfektes Gas ist, gilt:




b)
ges.: 
geg.:
Es gibt nun 2 Möglichkeiten, diese Teilaufgabe zu lösen.
Möglichkeit 1:
Wir teilen das System in 2 Teilsysteme auf:

Es muss gelten:



Zur Bestimmung der q benötigen wir den 1. Hauptsatz für stationäre Fließprozesse:
damit folgt für das System I mit Hilfe der Angaben:
Da die Luft als perfektes Gas angenommen werden soll, gilt:

Für das System II folgt:


Da es sich hier um Wasser handelt, welches nicht als perfektes Gas angesehen werden kann, benötigen wir für die Enthalpiedifferenz das totale Differential:


Da der Übergang von 4 nach 5 isobar ist, gilt dp = 0 und somit:

Zudem ist bei Wasser aufgrund der Inkompressibilität cp = cw.

Kommen wir nun zur Gesamtbilanz:




Nun benötigen wir noch den Massenstrom der Luft:

Damit folgt:

Möglichkeit 2:
Wir betrachten das ganze als ein einziges System:

Der 1. HS für stationäre Fließprozesse gesamtes System von 4 nach 5 lautet:
In unserem Fall gilt speziell:



wieder mit:

und:


Somit folgt:

Die restliche Berechnung entspricht der Gesamtbilanz von Möglichkeit 1.
Damit können wir die Tabelle um einen Eintrag ergänzen:
c)
gesucht: 
Da der Übergang von 2 nach 3 isobar erfolgt, gilt: 
Der Übergang von 3 nach 4 ist dagegen reversibel und adiabat. Daher können wir p3 mit Hilfe der Isentropenbeziehung aus 4 berechnen. Es gilt:



Nun benötigen wir noch das κ. Es gilt:
Nachweis:



Damit erhalten wir:

Und somit:

d)
ges.: 
Der Übergang von 3 nach 4 ist reversibel und adiabat. Laut Aufgabenstellung ist hier (und nur hier) auch noch die Geschwindigkeitsänderung in der Düse zu berücksichtigen!
Somit gilt:

Als nächstes benötigen wir wieder den 1. HS:









Wir haben einen Fehler gefunden: in Teilaufgabe c) müsste in der letzten Formel p_4 statt p_3 stehen, weil p_2 = p_3.
Stimmt, die Formel muss anders lauten. Hab’s korrigiert!
Danke!