.03.1 – Unwuchtanregung und Stablängsschwingung

Aufgabenstellung Unwuchtanregung Stablängsschwingung

An einem masselosen Stab (Längsfedersteifigkeit EA) ist eine Masse M befestigt, auf der eine kleine Masse m eine relative kreisförmige Bewegung ausführt. Der Relativausschlag der Masse m bezüglich M sei

<br />
x \left( t \right) = a \sin \left( \Omega t \right)<br />

Man ermittle

  1. die Federkonstante des Stabes bei gegebener Länge L
  2. die Eigenkreisfrequenz ω1 des Systems
  3. die Länge L des Stabes so, dass Resonanz eintritt (Erregerfrequenz Ω)

Anmerkung: Eine Verschiebung von M senkrecht zur Stablängsrichtung und Verdrehungen sind durch die skizzierte, reibungsfreie Führung verhindert.

Lösung

Das System muss in drei Teilprobleme aufgeteilt werden

  • Ersatzfeder für den Stab
  • Art der Anregung
  • Skizze des Problems
  • Kinematik

Ersatzfeder:

Wie in diesem Artikel beschrieben ist die Federsteifigkeit eines longitudinal belasteten Stabes

<br />
c_L  = \frac{{EA}}<br />
{L}<br />

Art der Anregung:

Es handelt sich bei diesem Problem um eine Unwuchtanregung.

Skizze:

Freigeschnittenes System

<br />
\vec r_m = \left( x_1+x \right) \vec e_x+\left(-a \cos \Omega t \right) \vec e_z = \left( x_1+a \sin \Omega t \right) \vec e_x-a \cos \Omega t \vec e_z<br />

<br />
\ddot { \vec r } _m = \left( \ddot x_1-a \Omega^2 \sin \Omega t \right) \vec e_x+a \Omega^2 \cos \Omega t \vec e_z<br />

Schwerpunktsatz und Drallsatz:

<br />
m \ddot { \vec r } _m =-G_x \vec e_x+G_z \vec e_z \quad \Rightarrow \quad m \left(\ddot x_1-a \Omega^2 \sin \Omega t \right) =-G_x<br />

<br />
M \ddot x_1 = G_x-S =-m \left(\ddot x_1-a \Omega^2 \sin \Omega t \right)-S<br />

Wir können nun die Aufgabenstellungen lösen.

a )

Differentialgleichung der Verschiebungsverteilung

<br />
EAu^{^{\prime\prime}} =-n \left( x \right) = 0<br />

<br />
u^{\prime}  = \frac{{C_1 }}<br />
{{EA}} = \frac{S}<br />
{{EA}}<br />

<br />
u = \frac{S}<br />
{{EA}}\xi +C_2<br />

Randbedingungen:

<br />
u\left( 0 \right) = 0 \Rightarrow C_2  = 0<br />

<br />
u\left( L \right) = \frac{{SL}}<br />
{{EA}} = x_1<br />

<br />
 \Rightarrow \quad \frac{S}<br />
{{x_1 }} = \frac{{EA}}<br />
{L}<br />

Für eine Feder gilt

<br />
c = \frac{F}<br />
{x}<br />

also in diesem Fall

<br />
c = \frac{S}<br />
{{x_1 }} = \frac{{EA}}<br />
{L}<br />

b )

Um die Differentialgleichung der Bewegung aufzustellen, nutzen wir die oben erschlossene Gleichung

<br />
M\ddot x_1  = G_x -S = -m\left( {\ddot x_1 -a\Omega ^2 \sin \Omega t} \right)-S<br />

und setzen

<br />
\frac{S}<br />
{{x_1 }} = \frac{{EA}}<br />
{L}\quad \quad  \Rightarrow \quad \quad S = \frac{{EA}}<br />
{L}x_1<br />

ein:

<br />
\left( {M+m} \right)\ddot x_1 +\frac{{EA}}<br />
{L}x_1  = ma\Omega ^2 \sin \Omega t<br />

Der Aufbau einer Schwingungs-DGL ist normalerweise

<br />
\ddot x_1 +\omega _1^2 x_1  = f_0 \sin \Omega t<br />

Daher bringen wir auch die obere Gleichung auf diese Form:

<br />
\ddot x_1 +\frac{{EA}}<br />
{{L\left( {M+m} \right)}}x_1  = \frac{{ma\Omega ^2 }}<br />
{{M+m}}\sin \Omega t<br />

Koeffizientenvergleich ergibt:

<br />
\omega _1  = \sqrt {\frac{{EA}}<br />
{{L\left( {M+m} \right)}}}<br />

<br />
f_0  = \frac{{ma\Omega ^2 }}<br />
{{M+m}}<br />

c )

Bei der kritischen Länge ist die Eigenkreisfrequenz gleich der Erregerkreisfrequenz, es gilt also

<br />
\Omega ^2  = \omega _1^2  = \frac{{EA}}<br />
{{L_K \left( {M+m} \right)}}<br />

Nach L auflösen:

<br />
L_K  = \frac{{EA}}<br />
{{\Omega ^2 \left( {M+m} \right)}}<br />

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