Bericht über Woche 2 (Winkels aus Glasfaserverbundstoff)

 

Woche vom 28.07.2008 bis 01.08.2008

Fertigung eine Winkels aus Glasfaserverbundstoff

In der zweiten Woche soll aus folgendem Material ein Winkel gefertigt werden:
o 2 x Glasfasergewebe 163g/m², 150x300mm (Leinenbindung)
o 2 x Glasfasergewebe 245g/m², 150x300mm (Köperbindung)
o 1 x Abreißgewebe, 160x310mm
o 2x Rohacellplatte, 80x300x15mm als Kern

Ich beginne mit dem Vorbereiten der Winkelform. Diese muss poliert und mit Trennmittel bearbeitet werden, damit das fertige Werkstück später nicht daran kleben bleibt.
Anschließend rühre ich den Kleber an. Für diesen und alle folgenden Schritte trage ich eine Schutzbrille und Handschuhe, um eine Kontamination der Haut zu verhindern. Ich benutze dazu Kunstharz und Härter im Verhältnis 4 zu 1. Die 80g Kunstharz und die 20g Härter wiege ich auf einer Waage auf ein Zehntelgramm genau ab, da bei einem falschen Mischungsverhältnis der Kunststoff nicht richtig hart wird. Das fertige Gemisch hat eine Topfzeit von 20 Minuten, ich muss mich also mit der Weiterverarbeitung etwas beeilen.
Ich trage mit einem Pinsel etwas Kleber auf den Winkel auf und arbeite anschließend eine Schicht Glasfasergewebe der Stärke 163g/m² ein. Ich beachte dabei, in der Mitte des Winkels zu beginnen und beim Verstreichen des Klebers mit dem Pinsel nicht zu fest aufzudrücken, damit sich die Fasern des Gewebes nicht verschieben und löchrig werden.
Nachdem die Schicht gut durchtränkt ist, trage ich noch ein wenig Kleber auf und arbeite dann die gröbere Schicht Glasfasergewebe (245g/m²) ein. Dann muss das Werkstück erst ein Mal für eine Stunde zum Trocknen bei 60°C in den Ofen.
Ich nutze die Trockenzeit, um an der Bandsäge den Kern des Winkels aus einer Rohacell Platte zuzusägen. Die auf Maß geschnittenen Platten schleife ich an je einer Kante an, so dass man sie zu einem Winkel kombinieren kann.
Nun mische ich einen neuen Kleber an. Ich verwende dazu die gleiche Menge und das gleiche Mischungsverhältnis wie für die erste Lamination, gebe aber anschließend noch 12,5g Baumwollflocken dazu, um die Viskosität zu beeinflussen. Der fertige Kleber ist sehr zäh und kann gut auf den Winkel aufgetragen werden.
Mit diesem Kleber klebe ich nun den Kern auf den getrockneten Winkel und schmiere außerdem Kleber in die verbliebenen Hohlräume zwischen den Hälften des Kerns.
Auf den Kern laminiere ich dann eine weitere Glasfaserlage mit 245g/m² und darauf eine Lage mit 163g/m². Dadurch ist die glättere und feinere Schicht auf beiden Seiten des Kerns außen. Zuletzt klebe ich noch eine Schicht Abreißgewebe auf das Werkstück. Dieses Gewebe hat den Vorteil, dass der Kleber durchsickert und beim Trocknen auf der Außenseite bleibt, so dass man, wenn man anschließend das Abreißgewebe abreißt, unnötige Kleberüberschüsse entfernt.
Nachdem ich dieses Verfahren nach dem Trocknen angewendet habe, entferne ich mit einer Japansäge überstehendes Material. Dabei achte ich darauf, dass die Säge eine Zugsäge ist, so dass ich sie in einem flachen Winkel über das Werkstück ziehen muss, um eine Delamination an den Kanten zu vermeiden.
Den so zugeschnittenen Winkel bearbeite ich mit Schleifpapier, und zwar erst mit grobem und dann mit feinem, um die Kanten zu glätten. Zuletzt poliere ich den Winkel mit einem Tuch und Politur, so dass seine Oberfläche glatt und glänzend wird.

Technische Zeichnung (anklicken für höhere Auflösung):

Glasfaserverbundstoff Winkel

Glasfaserverbundstoff Winkel

Übersicht über die ganze Woche (Excel Format):
Wochenbericht 2