Bericht über Woche 3 (Schweißen von Stahlblech)

 

Woche vom 4.07.2008 bis 08.08.2008

Fertigung eines Schiffmodells aus Stahlblech

In der dritten Woche soll aus folgendem Material das abstrakte Modell eines Segelschiffes geschweißt werden:
o 4x Stahlblech 140x70x1mm

Ich beginne damit, die vier Rohlinge aus einem großen Stück Blech auszuschneiden. Anschließend reiße ich mit der Anreißnadel, dem Winkel und dem Stahllineal die Umrisse für die Teile des Schiffes gemäß technischer Zeichnung ab. Ich achte dabei darauf, kräftig aufzudrücken, damit man die Linien in der Schneidemaschine im Schatten noch sieht.
Nun schneide ich die einzelnen Teile mit der Schneidemaschine aus. Ich nehme kleinere Korrekturen mit der Flachstumpffeile vor und entgrate dann alle Teile mit dem Dreikantschaber und der Feile. Ich vermeide dabei, Fasen an den Kanten der Bleche zu erzeugen, weil sonst die aneinandergelegten Bleche beim Schweißen schlechter miteinander verschmelzen würden.
Als nächstes gehe ich mit den fertigen Einzelteilen zur Schweißbank und bereite den Schweißbrenner vor. Ich benutze den kleinsten Aufsatz, da die dünnen Bleche sonst bei zu großer Hitze schnell Löcher bekommen.
Die erste Schweißnaht, mit der ich die zwei Teile der vorderen Seitenwand des Schiffes verbinde, ist eine I-Naht. Ich beachte, dass beide Bleche gleichmäßig erhitzt werden. Sobald das Material flüssig ist, gebe ich mit Hilfe eines Drahtes in einer tupfenden Bewegung Zusatzmaterial dazu, damit keine Löcher in den Blechen entstehen. Den Brenner bewege ich leicht kreisförmig, um ein optimales Schuppenmuster zu erzeugen.
Anschließend bereite ich die Bördelnaht vor, um die hintere Seitenwand durch das Mittelstück mit der vorderen zu verbinden. Ich benutze die Kantmaschine, um das Mittelstück an der einen Kante 5mm um 90° nach oben zu biegen. Beim Einlegen des Bleches in die Maschine berücksichtige ich dabei die Verkürzung, die durch den Biegeradius zustande kommt. Auch die gegenüberliegende Kante biege ich auf diese Weise, so dass eine Art U-Profil entsteht.
An den hochgeknickten Kanten befestige ich nun mit der Grippzange die beiden Seitenwände, so dass die Oberkante der Wände bündig mit der Oberkante der hochgeknickten Kante abschließt. Ich halte die Konstruktion mit der linken Hand fest und nehme in die rechte Hand den Brenner. Nun schweiße ich die Seitenwände mit je drei Schweißpunkten an den Mittelteil.
Als nächstes soll das „Segel“ mit dem „Mast“ verbunden werden. Ich lege hierzu das Blechstückchen, das den Mast darstellt, auf die Schweißunterlage und halte mit der großen Zange das Stück für das Segel rechtwinklig darauf. Bei dem nun folgenden Zusammenheften mit drei Schweißpunkten ist es wichtig, dass der „Mast“ fest auf der Unterlage aufliegt, weil er sich sonst durch die unterschiedliche Erhitzung verzieht. Ich benutze Zusatzmaterial und schweiße eine Kehlnaht, wobei ich darauf achte, keine Löcher in die Bleche zu brennen.
Als letztes muss nun noch das fertige Segel-Mast-Stück mit dem Rumpf verbunden werden. Auch hierfür soll eine Kehlnaht benutzt werden. Die Schwierigkeit liegt darin, dass das Mittelstück frei schwebt und sich daher leicht verziehen kann. Außerdem braucht man die linke Hand, um das Segel mit der Zange festzuhalten, und kann so kein Zusatzmaterial verwenden.
Ich löse das Problem, indem ich mehrere Stahlquader unter mein Werkstück lege, so dass der Mittelteil aufliegt. Das Segel wird nun mit drei Schweißpunkten angeheftet.
Abschließend verschweiße ich die bisher nur gehefteten Kanten, wobei ich beachte, die in der Zeichnung vorgegebene Schweißrichtung zu beachten, damit sich das Material nicht verzieht. Abschließend entferne ich von dem Werkstück die Schlacke mit der Drahtbürste.

Technische Zeichnung (anklicken für höhere Auflösung):

Schweißen Aufbauübung

Schweißen Aufbauübung

Übersicht über die ganze Woche (Excel Format):
Wochenbericht 3