Eine gerade Rechteckrippe (siehe Abbildung) besitzt die Länge
, die Breite
und die Höhe
. Der Fuß der Rippe ist konstant auf einer Temperatur von
. Die Rippenspitze soll als adiabat angenommen werden. Die Rippe wird von Luft mit der Geschwindigkeit
und der Temperatur
umströmt.

Annahmen:
- Die Rippe sei dünn und aus gut wärmeleitendem Material. Temperaturunterschiede quer zur Rippe können aus diesem Grund vernachlässigt werden:

- Der Wärmeübergang auf der Rippenvorderseite und -hinterseite wird vernachlässigt.
- Der Wärmeübergangskoeffizient
und die Wärmeleitfähigkeit
sind konstant.
Aufgaben:
- Stellen Sie die Differentialgleichung für den Temperaturverlauf in der Rippe im stationären Fall mit Hilfe einer Bilanz an einem differentiellen Element auf.
- Bringen Sie die Differentialgleichung mit den Größen
und
in eine dimensionslose Form. - Lösen Sie die dimensionslose Differentialgleichung
- Wie lauten die Randbedingungen in dimensionsbehafteter und in dimensionsloser Form? Bestimmen Sie die Konstanten.
- Bestimmen Sie den Wärmestrom, der von der Rippe abgegeben wird.
- Wie hoch ist der Wirkungsgrad der Rippe?
Gegeben:
Rippenhöhe: 
Rippenbreite: 
Rippenlänge: 
Einseitiger Wärmeübergangskoeffizient: 
Wärmeleitfähigkeit: 
Umgebungstemperatur: 
Temperatur am Fuß der Rippe: 
Lösung
Vorbetrachtungen
Bei der genannten Problemstellung handelt es sich um eine stationäre Wärmeleitung.
Die Bilanz im 1-D-Fall lautet:

Annahme:


Häufige Vereinfachungen:
- Rippenfläche konstant:

- Rippenspitze adiabat:

Rippenparameter:

Rippenwirkungsgrad:



Der Rippenwirkungsgrad ist definiert als das Verhältnis des tatsächlichen Wärmestroms
, den die Rippe abgibt, zum maximalen (idealen) Wärmestrom, den die Rippe abgeben würde, wenn sie über die gesamte Länge die Wandtemperatur
besäße (dies entspräche einer unendlich hohen Wärmeleitfähigkeit).
Leistungsziffer (sollte immer größer als 1 sein, damit die Rippe etwas bringt):

Die Leistungsziffer beschreibt das Verhältnis des tatsächlichen Wärmestroms
, den die Rippe abgibt, zum Wärmestrom
, der ohne Kühlrippe vom Körper abgegeben werden würde.
Ist
so hat das Anbringen von Kühlrippen keinen Sinn, da diese den Wärmeaustausch sogar noch verschlechtern würden. Die Rippen wäre in diesem Fall im Prinzip eine Reihenschaltung von Wärmewiderständen.
In der optimalen Rippe sind die Wärmewiderstände von Rippe und Körperoberfläche etwa gleich. Das Problem ist sonst, dass der Wärmestrom durch die Rippe nicht ausreicht, um die Rippenspitze zu erreichen.
Wir kommen nun zur Lösung der Aufgabe.
Es gilt:

- stationär:

a) Aufstellen der Differentialgleichung
Zuerst betrachten wir ein differentielles Element der Rippe:

Zu beachten ist, dass der konvektive Wärmestrom
auf der Ober- und Unterseite einzuzeichnen ist. Dazu kommen die beiden Wärmeströme durch Wärmeleitung. Bei diesen ist uns egal, in welche Richtung die Wärme tatsächlich fließt, wir zeichnen sie immer in Richtung der x-Koordinate ein.
1. Hauptsatz:


Fourier’sches Gesetz:

Taylor-Entwicklung für den ausfließenden Wärmestrom:

Newton’sches Kühlgesetz:

Einsetzen:



b) Entdimensionierung
Dimensionslose Koordinate und Temperatur:


Einsetzen:



c) Lösung der DGL
Wir benutzen einen Exponentialansatz:





d) Randbedingungen und Konstanten
Erste Randbedingung: Feste Wandtemperatur

Zweite Randbedingung: Adiabate Spitze

Einsetzen in die DGL ergibt die gesuchten Konstanten:




Einsetzen in den Lösungsansatz:

e) Bestimmung des Wärmestroms
Wir bestimmen nun den von der Rippe abgegebenen Wärmestrom. Da das Problem stationär ist, ist dieser genauso groß wie der Wärmestrom, der bei
in die Rippe hineinfließt:

In der dimensionslosen Gleichung gilt:





f) Bestimmung des Rippenwirkungsgrades
Wirkungsgrad:

Für
hätte die gesamte Rippe die Temperatur
, was
entspricht.
Leistungsziffer:

Für
müssen wir den Körper ohne Rippe betrachten.
Ein
könnte man z.B. erreichen, wenn man auf eine Stahlwand Rippen aus Glaswolle klebt.



