2.4.1 Aufbau und Funktionsweise
Bei dieser Art von Thermometer messen wir einen elektrischen Widerstand, der von der Temperatur abhängig ist. Wie schon beim Flüssigkeitsthermometer kann man auch hier den Widerstand bei einer gemessenen Temperatur im Verhältnis zu dem Widerstand bei 0°C berechnen:

Als Widerstand wird oft PT100, also ein 100 Ohm Platinwiderstand, verwendet. Es gibt auch PT1000 und PT10000, da in manchen Anwendungen höhere Widerstände benötigt werden. Platin wird verwendet, da es inert ist (reagiert auch bei hohen Temperaturen wenig mit anderen Elementen) und weil es sehr rein herstellbar ist. Auch der Temperaturbereich ist groß, es sind Messungen von 10K bis etwa 1300K möglich. Die empirischen Koeffizienten A, B und C für reines Platin kann man der DIN EC 751 entnehmen.
Da man den Widerstand nicht direkt messen kann, misst man stattdessen Strom und Spannungsabfall. Um nicht zwei Messgrößen zu haben, benutzt man eine Konstantstromquelle und muss dann nur die Spannung messen:

Man misst mit folgendem Aufbau:

2.4.2 Vorteile und Probleme
Vorteile:
Das Signal liegt sofort als Spannung vor und kann gut weiterverarbeitet werden.
Probleme:
Um den Widerstand zu messen, muss man einen Strom durch den Widerstand leiten und die Spannung messen. Durch die Leistung
im Widerstand kommt es zu einer Eigenerwärmung. Daher benutzt man in kritischen Situationen höhere Widerstände, bei denen man einen kleineren Strom für die gleiche zu messende Spannung braucht.
Problematisch ist auch der Leitungswiderstand des Stromkreises. Um diesen zu minimieren, benutzt man eine Vierpunkt-Schaltung (Leiter-Schaltung):

Ein weiteres Problem ist die Relaxationszeit. In Luft kann es über eine Minute dauern, bis die richtige Temperatur angezeigt wird.
2.4.3 Alternative Widerstände: NTC-Thermistoren
Beim normalen Platinwiderstand gibt es eine Proportionalität zwischen Temperatur und Widerstand. Es gibt aber auch NTC-Thermistoren (Negative Temperature Coefficient). Diese bestehen aus Halbleitern und ihr Widerstand sinkt mit steigender Temperatur. Aufbau:
Der Widerstand wird dadurch bestimmt, wie viele Elektronen oben im Leitungsband sind. Die Anzahl
dieser negativen Ladungsträger ist genau wie die Anzahl der Löcher gegeben durch:

Es gilt:

Dabei ist
die Leitfähigkeit und
die Beweglichkeit der Ladungsträger. Daraus folgt:

Dabei ist
die Gap-Energie.
Im Diagramm:

Empfindlichkeit des Widerstandes:

Relative Empfindlichkeit:

Für die Gap-Energie (Bandlücke) liegen die Werte etwa bei

Für Silizium bei 300K (
) ergibt sich:

2.4.4 Alternative Widerstände: PTC-Thermistoren
In diesen sogenannten PTC (Positive Temperature Coefficient) Thermistoren werden auch Halbleiter verwendet, nun aber dotierte:

Für den Widerstand gilt:

Die Beweglichkeit der Elektronen ändert sich mit der Temperatur: 

Ziel ist auch hier, von den kleinen Widerstandsänderungen normaler Metalle wegzukommen, daher sollte die Steigung von
möglichst groß sein. Damit die Zuordnung eindeutig ist, darf man nur bis zum Maximum messen.




Müsste die Formel beim NTC-Thermistoren nicht lauten:
Bzw.:
Es müsste in den Bildern
heißen statt
, da der Widerstand von der Temperatur abhängt.