Zufallsvariablen
Sei
ein W-Raum,
ein Ereignisraum,
eine
-meßbare Abbildung von
nach
, also
derart, dass
. Dann heißt
eine (F-wertige) Zufallsvariable (ZV; auch: Zufallsgröße) auf
.
Spezialfälle
heißt reelle Zufallsvariable, falls
.
Ist
und
, so heißt
k-dimensionaler Zufallsvektor.
Zufallsgrößen werden meist mit Großbuchstaben bezeichnet: X, Y, Z, …
Schreibweisen:
Ist
, so schreibt man



speziell für reelle ZV:
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Die Verteilung einer Zufallsvariablen
Sei
ein W-Raum,
ein Ereignisraum,
eine F-wertige Zufallsvariable.
Das Bildmaß
von
unter der Abbildung
ist erklärt gemäß

ist ein W-Maß auf
und heißt die Verteilung der Zufallsvariablen
.
Statt
schreibt man auch
oder
.
Beispiel:
Sei
ein W-Raum,
,
die identische Abbildung.
Dann ist
. Jedes W-Maß auf
kann also als Verteilung einer Zufallsgröße
aufgefaßt werden.
Identisch verteilte Zufallsgrößen
Für
seien
W-Räume,
ein Ereignisraum,
Zufallsgrößen.
und
heißen identisch verteilt, wenn ihre Verteilungen identisch sind, also
.
Die Verteilungsfunktion einer reellen Zufallsvariablen
Sei
eine reelle Zufallsvariable auf dem W-Raum
. Die Funktion
gemäß
.
heißt Verteilungsfunktion von
.
Die Verteilungsfunktion
ist stets monoton wachsend und rechtsseitig stetig und es
gilt:
für
und
für
. Insbesondere ist
.
Durch die Verteilungsfunktion ist die Verteilung von
eindeutig bestimmt.
Ferner gilt für alle
:



F ist genau dann stetig auf
, wenn
für alle
.
Quantile
Sei
eine reelle Zufallsverteilung mit der Verteilungsfunktion
und sei
. Eine Zahl
heißt α-Quantil von
(oder von
, oder von
), falls 
Äquivalent: 
Zu
existiert stets ein α-Quantil von
, z.B. 
(Diesen Wert liefert der Quantil-Aufruf in “R”). Allerdings ist das α-Quantil nicht notwendig eindeutig bestimmt. Bei den in der Statistik auftretenden stetigen Verteilungen sind die Quantile in der
Regel eindeutig bestimmt, nämlich durch die Umkehrfunktion der Verteilungsfunktion: für
ist
das α-Quantil von F.
Spezialfall: Ein 0.5-Quantil heißt Median. m ist also genau dann Median von
, falls
und 
Diskrete Zufallsvariablen und ihre Wahrscheinlichkeitsfunktion
Sei
ein W-Raum,
ein Ereignisraum.
Eine F-wertige ZV
heißt diskret, wenn eine höchstens abzählbare Menge 
existiert mit
. Man nennt dann T einen Träger von
(oder der Verteilung von X).
Definiere
gemäß
für
.
heißt Wahrscheinlichkeitsfunktion (W-Funktion, Zähldichte, Massefunktion) von
.
ist durch
eindeutig bestimmt, denn für alle
gilt (mit
):

Insbesondere ist 
Stetige Zufallsvariablen und ihre Dichte
Sei
eine natürliche Zahl,
ein W-Raum,
eine ZV. Die Verteilung
von
ist also ein W-Maß auf der σ-Algebra
der Borelschen Teilmengen des
.
heißt stetig (verteilt), wenn eine nichtnegative Funktion
existiert derart, dass für alle Borelschen Mengen
gilt:
. (Lebesgue-Integral;
ist das n-dimensionale Lebesguemaß)
Eine solche Funktion
heißt dann eine (Lebesgue-Wahrscheinlichkeits-) Dichte von
; sie ist
Lebesgue-fast eindeutig bestimmt. Man schreibt
, um auszudrücken, dass
eine Dichte
von
ist.
Bemerkungen
Sei
eine stetige reelle Zufallsvariable auf
mit der Verteilungsfunktion
und
der Dichte
. Dann ist
stetig auf
und es ist 
Für alle
mit
gilt dann:

Sei
eine stetige reelle Zufallsvariable auf
mit der Verteilungsfunktion
und sei
stetig und stückweise stetig differenzierbar, d.h. es existiere eine endliche Zerlegung der Zahlengeraden
, so dass
für jedes
auf
stetig differenzierbar ist.
Setze
für
bzw.
sonst.
Dann ist
stetig verteilt und
ist eine Dichte von
.
Sei
eine stetige Zufallsvariable. Dann ist
für jede λn-Nullmenge
, also für jedes
mit
.
Eine reelle ZV
mit der Verteilungsfunktion
heißt (bezüglich 0) symmetrisch verteilt,
wenn
für alle
; im stetigen Fall heißt dies:
für alle
, was immer dann gilt, wenn die Dichte
eine gerade Funktion ist. Ist dann
und
ein (1-α)-Quantil von
, so ist
ein α-Quantil von
.
Transformationssatz für Dichten
Sei
ein n-dimensionaler stetiger reeller Zufallsvektor mit der Dichte
.
Sei
eine offene Teilmenge des
mit
;
sei ein C1-Diffeomorphismus, d.h.
ist eine offene Teilmenge des
,
ist bijektiv,
und
sind stetig differenzierbar mit auf
resp. auf
nirgends verschwindenden Funktionaldeterminanten
resp.
. Der n-dimensionale Zufallsvektor
ist dann ebenfalls stetig mit der Dichte
.
Spezialfall
:
offene Intervalle,
U-wertige reelle ZV,
stetig differenzierbar mit
. Ist
stetig verteilt mit der Dichte
, so ist Y =\tau\left(X\right) ebenfalls stetig verteilt mit der Dichte
.
Bekanntlich ist 


